Full text: Volume (Bd. 3 (1864))

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Erklärung des Herausgebers zu vorstehendem Aufsatze.

den Beweis des Dritten zu entkräften. Lediglich aus einem Ver-
sehen hat mir der letztere Fall vorgeschwebt und mich veranlaßt, den
Beweis einer Alternative, welcher nur dem Principale gestattet ist,
für ausreichend zu erklären.
Wenn dagegen der Herr Vers, weiter bemerkt: daß das Müssen
in Abs. 3 nicht mit Können identisch zu nehmen sei, sondern seine
volle Berechtigung erhalte, wenn man erwäge, daß Jeder bei den Ge-
schäften des Lebens eine gewisse Sorgfalt, möge dieselbe nun einen
Grad haben, welchen sie wolle, anzuweuden habe, und doch insofern
verpflichtet sei, als er bei Nichtbeobachtung derselben die daraus ent-
stehenden Nachtheile zu tragen habe, und wenn der Herr Vers, die
fraglichen Gesetzesworte dahin umschreibt:
„sofern nicht die Umstände die Annahme begründen, daß er
bei der Sorgfalt, die er anzuwenden verpflichtet war, nicht
' in der Möglichkeit gewesen ist, von der Eintragung oder der
Bekanntmachung Kenntniß zu erhalten,"
so sagt er dasselbe, was ich gemeint habe; denn die immer subjektiv
zu nehmende Unmöglichkeit des Kennenlernens, mit deren Beweise
er sich begnügt, schließt das Kennenmüssen aus und ist eben identisch
mit dem „Kennen können," so daß also alles darauf ankommt,
ob die Nichtkenntniß eine entschuldbare war oder nicht.
So fassen auch die meisten Commentatoren des Handelsgesetz-
buchs die Sache auf. Vergl. v. Hahn, Comment. I. Abth., S. 42.
43; Auerbach, das neue Handelsgesetz S. 47. 48; Behaghel,
Vortr. S. 31.
Bei dieser Gelegenheit sei es mir verstattet, noch einmal darauf
zurückzukommen, wen die Beweislast im Falle des 3. Absatzes des
Art. 25 (2. Absatzes des Art. 46) treffe?
Man ist hierüber nicht einverstanden, v. Hahn a. a. O., S. 43
meint: die Beweislast lasse sich in dem vorliegenden Falle mit einem
Satze ohne Unbilligkeit nicht regeln, vielmehr seien verschiedene
Unterscheidungen vorzunehmen. Auf diese Ansicht werde ich später
umständlich zurückkommen.
Auerbach in seinem Handelsgesetze sagt S. 48: Ueber die Be-
weislast selbst ist nichts bestimmt. Jenachdem der Dritte Unkenntniß
und die Entschuldbarkeit derselben vorschützt und sie auf bestimmte
nicht notorische Thatsachen stützt, wird die Beweislast ihn, jenachdem

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