Full text: Volume (Bd. 3 (1864))

140 Welche Handwerker sind Kaufleute im Sinne
alsdem von Herrn V. eingeschlagenen, zu einem befriedigenderen Re-
sultate gelangen können.
Wir wissen, daß in zweiter Lesung des H.-G.-B. die Definition
des Kaufmanns, welche der Code äs commerce enthält, adoptirt
wurde.
In Bezug auf die Frage, welche uns beschäftigt, kommen die
folgenden Art. des 0. ä. c. in Betracht:
Art. 1. 8ont eommer§ans ceux, qui exercent des actes
de commerce et en font leur profession habituelle.
Art. 632. La loi repute actes de commerce tout achat
de denrees et marchandises pour les revendre, soit en
nature, soit apres les avoir travaillees et mises en
oeuvre.
Andere Bestimmungen, nach welchen Handwerker als Handel-
treibende im Sinne des Gesetzes betrachtet werden könnten, enthält
der 0. d. c. nicht.
Im H.-G.-B. finden wir dieselben Dispositionen fast wört-
lich in folgenden Artikeln wieder:
Art. 4. Als Kaufmann im Sinne dieses Gesetzbuches ist an-
zusehen, wer gewerbemäßig Handelsgeschäfte betreibt.
Art. 271. Handelsgeschäfte sind:
1. Der Kauf oder die anderweite Anschaffung von Waaren
oder andern beweglichen Sachen, um dieselben weiter zu ver-
äußern ; es macht keinen Unterschied, ob die Waaren oder
andern beweglichen Sachen in Natur oder nach einer Bear-
beitung oder Verarbeitung weiter veräußert werden sollen.
Haben nun die Herren zu Nürnberg die Bestimmungen des
0. d. c. adoptirt, so muß man annehmen, daß sie sich auch der in
vieljähriger Praxis hervorgetretenen Consequenzen solcher Disposi-
tionen bewußt waren.
Untersuchen wir also, wie die Praxis eines halben Jahrhunderts
die unter der Herrschaft des Code de commerce hinsichtlich der
Handwerker sich erhebenden Zweifel gelöst hat, so finden wir einer-
seits eine große Zahl von Entscheidungen, durch welche erkannt ist,
daß zu den Gewerbtreibenden gehören: „Handwerker, welche Roh-
stoffe kaufen und im verarbeiteten Zustande verkaufen," sodann:

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