Full text: Volume (Bd. 3 (1864))

der Art. des Handelsgesetzbuchs geordnet; (Kgr. Preußen).

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gutes entstandenen Schaden aufkommen, wenn er nicht den freilich
sehr schwierigen Beweis führen könne (vergl. Centralorgan, Band II,
S. 212—213), daß der Verlust oder die Beschädigung durch höhere
Gewalt, oder durch die natürliche Beschaffenheit des Gutes, oder
durch äußerlich nicht erkennbare Mängel der Verpackung entstanden
sei. Der Verlust der drei Ctr. Kaffee stände fest; der Beklagte wolle
nun zwar seine Haftpflicht dafür durch den Nachweis abwenden, daß
die Fässer nicht gut verschlossen und überdieß nicht stark genug bei der
Uebergabe an ihn gewesen seien, um den Transport auszuhalten;
allein, wenn dieß auch richtig, so würde der Beklagte die Verpflichtung
gehabt haben, vor der Annahme zum Transport die Fässer zu besich-
tigen und sich von dem transportfähigen Zustande zu überzeugen, und
ferner, da die behaupteten Mängel hätten in die Angen fallen müssen,
Nachhülfe zu veranlassen (Art. 395). Die vom Beklagten ange-
gebenen Umstände seien nicht geeignet, ihn dieser Verpflichtungen als
entledigt zu erachten.
Vom Frachtgeschäft zur Beförderung von Gütern über See
(Art. 357—664).
Art. 609.
I- Zusatz. Auslegung der Vorschrift des Art. 609 des
H.-G.-B. *)
Erkenntn. des Obertribunals zu Berlin vom 17. No-
vember 1863. (Striethorst, Arch. f. Rechtsf. Band 50,
S. 359. — Central-Org. Nr. 5 vom 30. Januar 1864,
Band III, S. 24.)
Der Schiffscapitain P. war mit Rübsen zum Transport von
Danzig nach Stettin befrachtet worden. Er klagte gegen den Kauf-
mann Z., als den Empfänger der Ladung, auf Zahlung des Fracht-
lohnes. Der Verklagte machte Entschädigungsansprüche und zwar
von 101 Thlr. 23 Sgr. für fehlendes Maß und von 44Thlr. 11 Sgr.
für fehlendes Gewicht geltend, welche Beträge er von der Fracht in
Abrechnung bringen wollte. Bezüglich des fehlenden Maßes behaup-
tete er, daß Kläger Inhalts des Connossements 2382 Scheffel Rübsen

*) Vergl. auch Busch, Archiv, Band H, S. 118.

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