Full text: Volume (Bd. 3 (1864))

4. Zur Lehre von der Spedition nach früherem Rechte und jetzigem Handelsrechte

I.

Zur Lehre von der Spedition nach früherem Rechte und
jetzigem Handelsrechte.
Von Herrn Appell.-Rath a. D. Ackermann zu Dresden.

Ist, wie Hirzel (Hauslexikon 3. Bd., S. 499, 3. Ausg.) sagt,
„der Ursprung des Handels mit der ersten Morgendämmerung der
Civilisation der Menschen verbunden;" so fällt der Ursprung des
Speditionshandels, oder richtiger der Speditionsgeschäfte in die
Frühstunden dieser Civilisation. Sobald der Handel seine ursprüng-
liche enge Grenze des bloßen Tausches innerhalb der Familien und
Stämme überschritten hatte, und die gesteigerten Bedürfnisse von
fernen Stämmen, Niederlassungen und Orten herbeiholte und dabin
beförderte, bildete sich aus ziemlich rohen Rudimenten das Medium
des Transportes aus. Der aber war im Anfänge schwerfällig, kost-
spielig und gefährlich. Als sich später Land- und Wasserstraßen auf-
thaten, so z. B. im Oriente, dem Urlande des Handels am Ganges
hinauf bis in die Nähe des kaspischen und weiter des schwarzen Meeres,
oder vom persischen Meerbusen ab, und durch Aegypten zu dem
mittelländischen Meere, verbanden sich Handeltreibende mit Wall-
fahrern, bildeten unter dem Schutze militärischer Escorten, comman-
dirt von dem Karavanen-Baschi, Karavanen (eigentlich Kieravanen),
und förderten oder holten auf Saumthieren die Bedürfnisse de-
Lebens. Schon Herodot (500 Jahre vor Chr. Geb. lebend) er-
wähnt der Karavanserei (Gasthäuser der Karavanen) in Persien.
Aber auch dieses Beförderungsmittel blieb, wenn auch sicher, doch
Archiv für deutsches Handelsrecht. Bd. Hl. 1

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