Full text: Volume (Bd. 2 (1864))

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Das Speditionsgeschäft in seiner heutigen Gestalt.

Missionär abgeschlossen hat, kann der Committent dem Schuldner
gegenüber erst nach der Abtretung geltend machen" auch auf die von
dem Spediteur abgeschlossenen Fracht- und Speditionsverträge anzu-
wenden. Ist von dem Auftraggeber ausdrücklich bestimmt, daß das
Geschäft auf seinen Namen abgeschlossen werden soll, so fällt das Ge-
schäft aus dem Bereich des Sped.-Geschäfts in das gewöhnlicher
Aufträge (Art. 360 in fine). In allen anderen Fällen bedarf der
Committent, um sich aus den vom Spediteur geschlossenen Verträgen
unmittelbar an Frachtführer oder Zwischenspediteure halten zu können,
eines diese unmittelbare Beziehung herstellenden Rechtsactes, dessen
Leistung der Spediteur nicht weigern kann (Art. 361), sei dieß nun
Session, Delegation oder Assignation.
Die vorstehende Erörterung schließt nicht aus, daß durch eine
auch außer dem Falle eines Contracts wirksame culpa der Mittels-
personen oder durch deren Betrug und Veruntreuung directe Bezie-
hungen zwischen diesem und dem, der ei'n Interesse an der fehlerfreien
Ablieferung des Guts hat, begründet werden.
Diese Klagen wegen Betrug und Veruntreuung sind, so wenig,
als die Contractsklagen auf Erfüllung einer kurzen Verjähruug unter-
worfen. Dagegen sind die Contracts-und Delictsklagen gegen Spediteur
(und Frachtführer)— auf Schadensersatz — „wegen gänzlichen Verlusts,
oder wegen Verminderung, Beschädigung oder verspäteter Ablieferung
des Guts" ähnlich, wie die ädilitischen Rechtsmittel, im Interesse des
Verkehrs auf einen'kurzen Zeitraum eingeschränkt. Sie verjähren
binnen Jahresfrist ab actione nata, also bei Totalverlust von
dem Tage, an welchem die Ablieferung hätte bewirkt sein müssen,
sonst von geschehener Ablieferung an (Art. 386.408.) Auch die Ein-
reden aus gleichem Fundamente sind in gleicher Art erloschen, wenn
die Anzeige der betreffenden Thatsachen nicht binnen der einjährigen
Frist an den Spediteur abgesandt worden ist (ibid.). Die Anzeige braucht
also überhaupt nur innerhalb dieser Frist und nicht*) auch sofort nach
der Entdeckung, wie bei den ädilicischen Rechtsmitteln,**) gemacht zu
werden. Indessen ist zubeachten, daß der Frachtführer nach der Annahme
*) Was Koch a. a. O. S. 391, Anm. 15, indem er auf seine Anm. 37 zu
Art. 349 verweist, anzunehmen scheint.
**) Art. 347. 349. Vgl. Erk. des Obertrib. zu Berlin v. 13. März 1863 in
diesem Arch. Bd. 1, S. 503. —

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