Full text: Volume (Bd. 2 (1864))

Das Speditionsgeschäft in seiner heutigen Gestalt.

475

allg. L.-R. I, 16, § 259*) begründet. Man kann eben deshalb nicht
(wie Koch a. a. O. S. 411) mit Grund einwenden, daß hier abwei-
chend von den sonstigen über die Bedeutung acceptirter Anweisungen
geltenden Grundsätzen die Vorleistung des Frachtführers zur Ver-
bindlichmachung des Empfängers erfordert wird. Nicht als Vor-
leistung, sondern als Acceptation kommt die Uebergabe des Gutes und
des Frachtbriefes in Betracht; ohne dieselbe würde eine ausdrückliche
Annahme der Anweisung von gleicher Wirkung sein.
Indessen ist der Spediteur (und Frachtführer) nicht gehalten,
jene Rechte gegen den Empfänger geltend zu machen. Gerade als
Assignatar darf er das empfangene Einhebungsmandat auskündigen
und auf seinen Committenten zurückgehen,**) sofern er nicht durch
Versehen bei Ausübung des Pfandrechtes diesen Regreß verloren
hat. Ja, er kann, da die Forderung seines Vormannes auf Vergü-
tung resp. Entlastung auf ihn übergegangen oder doch von ihm aus-
zuüben ist, sogleich gegen den Auftraggeber seines unmittelbaren Con-
trahenten klagen, nicht mit der institorischen, sondern mit der directen
Klage aus dem Speditions- oder Frachtgeschäft.
Schwieriger ist die Frage, von wem und gegen wen der Ersatz
verlorner und beschädigter Speditionsgüter zu fordern ist. Gerade hier
ist von den meisten Schriftstellern behauptet worden, daß der Verkehr
Grundsätze eingeführt habe, welche von denen des bürgerlichen Rechtes
erheblich abweichen. So gestattet Pöhls dem Empfänger, wenn er
selbst Committent ist, sich nach seiner Wahl an den letzten oder an
den ersten Spediteur, und wenn der Absender Committent ist, sich
zunächst an den letzten Spediteur zu halten, und verpflichtet ihn nur,
wenn Beklagter beweist, daß der Schaden einem seiner Vormänner
oder dem Fuhrmanne zur Last falle, sich an diesen verweisen zu lassen;
dem Absender will er (consequent), nur wenn dieser selbst Committent,

*) „Hat der Assignat die Anweisung angenommen, so muß er dem Ange-
wiesenen (Assignatario) Zahlung leisten, wenn er auch dem Anweisenden (Assig-
nanten) zu Nichts verpflichtet wäre."
**) Puchta a. a. O., Thöl S. 621; A. L.-R. 1,16, § 283: Ist die Anweisung
zwar angenommen, die Zahlung aber binnen der bestimmten Frist nicht geleistet
worden, so hat der Angewiesene die Wahl, ober sogleich auf den Anweisenden
zurückgehen oder sich an den Assignaten aus der geschehenen Annahme halten
wolle.

*#>

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer