Full text: Volume (Bd. 2 (1864))

Das Speditionsgeschäft in seiner heutigen Gestalt. 467
resp. dem Zuschläge und nur bei Käufen in Pausch und Bogen das
periculum interitus mit dem Abschluß des Contracts auf den Käu-
fer übergehen; der Erfolg ist aber nicht Verpflichtung*zur Entrichtung
der Gegenleistung resp. deren Verlust (trotz des Untergangs des Aequi-
valents), sondern (wenigstens bei gänzlichem Untergange) Aufhebung
des Vertrags (§ 95. 100. 117. 120. 342 I, 11; § 364 fgd. I, 5
A.-L.-R.). Nach Gem. R. geht die Gefahr in der Regel mit Abschluß
des Kaufs über (L. 5 § 2 D. de resc. v. 18, 5.); es ist aber Vor-
aussetzung, daß bezüglich des Kaufgegenstandes erhelle, quid, quale
quantum sit (der Kaufvertrag in diesem besonderen Sinne perfect
sei) — 1. 8 pr. D. de periculo et comm. rei v. 18, 6'—.
Pöhls will deshalb jenen Satz auf Käufe „in Bogen" und Käufe einer
species beschränken und erfordert im Uebrigen die Tradition
(S.190fgde.). Wir halten jedoch die glänzende Ausführung Thöl's
für überzeugend, wonach bei Käufen von nicht individuell bestimmten
Sachen lediglich die Ausscheidung des eigentlichen Kaufgegenstan-
des aus dem betreffeuden genus entscheidend ist, und diese nicht erst
mit der Tradition, sondern dann erfolgt, wenn der Verkäufer die species
gewählt, sie körperlich von den andern Specien desselben genus ge-
trennt, und dieß dem Käufer gegenüber erklärt hat, dergestalt, daß der
Beweis der Identität mit Beziehung auf diese Anzeige geführt werden
kann (§ 73.74, S. 443 fgde.). Einer Acceptation des Käufers bedarf es
nicht, da er die contractmäßige Species nicht ablehnen darf (s. auch von
Vangerow Pand. Bd. 3 § 635). Bei consequenter Anwendung dieser
Grundsätze wird man es aber nicht (mit Thöl S. 450, N. 7) für genügend
halten können, wenn der Verkäufer die Waare an den ihm vom Käu-
fer aufgegebenen, jedoch von diesem nicht mit Ordre versehenen Fuhr-
mann, Schisser oder Spediteur abgibt. Eine zweiseitige Ausschei-
dung liegt nicht vor, wenn der, welchem gegenüber die Erklärung er-
folgt, nur Mandatar des Verkäufers ist, die Ausscheidung also noch
rückgängig gemacht werden kann, sondern nur dann, wenn die Mittels-
person wirklich Stellvertreter des Käufers ist. Das H.-G.-B. hat
zwar die auch von Pöhls (S. 196) bezeugte kaufmännische Anschau-
ung adoptirt, daß im Moment der Uebergabe an den Spediteur oder
Frachtführer oder die sonstige Mittelsperson die Gefahr übergehe,
(wenn nicht das Ziel des Transports als Erfüllungsort gilt) —
Art. 345 —; allein diese Bestimmung ist selbst auf handelsrecht-
80»

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer