Full text: Volume (Bd. 2 (1864))

auf Platzgeschäfte Anwendung?

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der Waare nicht haftet, welche der Käufer nicht sofort gerügt hat, ob-
gleich sie äußerlich so in die Augen fielen, daß sie der Käufer bei Ab-
schluß des Vertrages oder bei der voraufgehenden Besichtigung der
Waare oder Probe ohne grobe Nachlässigkeit kennen mußte. „Wer
die Augen nicht aufthut, thue den Beutel auf." „81 talis morbus
est, qui omnibus potuit apparere, ejus nomine non
tenetur venditor, perinde ac si morbus nominatim exceptus
fuisset." (1. 1 § 6, 1. 14 § 10 D. 21, 1, de aed. edict.)
Thöl, §82, S. 481.482.
Brinckmann, § 74, S. 303.
Sintenis, Prakt. gem. Civ.-Recht 2. Aufl. 1861, § 116,
Bd. II, S. 608.
v. Holzschuher, Bd. III, S. 325,
Gruchot's Beiträge, Bd. II, S. 464.
Dem entsprechend verordnet auch das preuß. allg. Landrecht
in Th. I, Tit. 5:
§ 329. Fehlen der Sache solche Eigenschaften, die dabei
gewöhnlich vorausgesetzt werden, so finden die Vorschriften
der §§ 81. 82, Th. I, Tit. 4 Anwendung. (Jrrthum über
gewöhnlich vorausgesetzte Eigenschaften.)
§ 330. Ist also der Fehler in die Augen fallend, und
der Empfänger hat die Sache, ohne denselben ausdrücklich
zu rügen, übernommen, so kann er weder vom Vertrage
zurücktreten, noch Vergütung fordern.
Um diesem Rechtsnachtheile zu begegnen, hat der Käufer beim
Kaufe einer solchen species entweder die Uebernahme der Sache,
resp. die Eingehung des Vertrages, selbst abzulehnen, oder sich durch
sofortige ausdrückliche Protestation gegen den Verkäufer seine Rechte
aus der Gewährleistung vorzubehalten.
Bornemann, System. Darstell, d. preuß. Civ.-R. 1. Aufl.
1834, §. 191, Bd. II, S. 592.
Koch, Commentar z. preuß. allg. Landr.Anm. 71 zu §3301,5.
Gruchot, Beiträge Bd. II, S. 473.
Hier wird also auch nach dem allgemeinen bürgerlichen Rechte
lröm. gem. und preuß. Rechte) unbestritten sofortige Untersuchung und
Anzeige des bei der Uebernahme erkennbaren Mangels einer ge-
setzmäßigen Eigenschaft verlangt, widrigenfalls die Waare als ge-
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