Full text: Volume (Bd. 2 (1864))

galt schon früher als gewohnheitsrechtliche Norm.

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vom 24. v. M. anerkannt und um ein zweites Ziel zur Bezahlung
derselben gebeten, derselbe habe wiederholt in einer Verhandlung am
28. v. M. mit dem Anwälte des Klägers anerkannt, diesem für das
erkaufte Roggenmehl nach Abzug von 3 Thlr. 7 Sgr. 6 Pf. Fracht
109 Thlr. 7 Sgr. 6 Pf. zu schulden und versprochen, Zahlung an
Klägern zu leisten, zu welchem Behufe ihm 8 Tage Frist vom kläger-
schen Anwälte bewilligt worden seien.
Der Beklagte schützte gegen die Klage die exceptio redhibito-
ria und bezüglich quanti minoris vor und gab zu deren Begrün-
dung an:
1. Er habe das libellirte Mehl zu dem angegebenen Preise zwar
gekauft und zugesendet erhalten, dasselbe aber bis zu der
Zeit, wo Kläger und sein Sachwalter Zahlung des Kauf-
preises verlangt hätten, gar nicht untersucht, dasselbe
vielmehr unausgepackt in seiner Niederlage stehen lassen,
bis er es später theilweise verkauft habe. Als Beklag-
ter im vergangenen Monate, nach der Verhandlung mit
Klägern und dessen Anwälte wegen der Bezahlung des
Kaufpreises, eine Partie des fraglichen Mehles, nämlich
5 Säcke — 15 Ctr. an den Bäckermeister G. verkauft habe,
und zwar ebenfalls, ohne dasselbe vorher unter-
sucht zu haben, sei ihm von G. mitgetheilt worden, das
gekaufte Mehl sei bitter, verdorben und kaum zu ver-
wenden, backe sich flüssig, und müsse er daher einen
Abzug zu je 1 Thlr. von dem zu 4 Thlr. 5 Sgr. verab-
redeten Preise für jeden Centner machen. Andere Quan-
titäten von dem fraglichen Mehle, welche Verklagter an
verschiedene Personen verkauft, habe derselbe zurückneh-
menmüssen, weil die Käufer das Mehl mit obengedachten
Mängeln nicht hätten bezahlen und behalten wollen. Be-
klagter habe von dem gekauften Mehle noch wenigstens
10 Ctr. auf dem Lager und könne es nicht verkaufen, weil es,
wie er sich nunmehr selbst überzeugt habe, die obigen
Mängel habe und nicht zu verwerthen sei.
Er behaupte hiermit, für den Fall, daß ihm eine desfall-
sige Beweispflicht obliege, daß das libellirte Mehl schon
zur Zeit des Kaufabschlusses und der Uebersen-

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