Full text: Volume (Bd. 2 (1864))

in welchen das deutsche Handelsgesetzbuch gilt.

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R. und S. erfolgte. In dem einen wie in dem anderen Falle hat,
vorausgesetzt, daß der Erwerb durch S. nicht außer aller Beziehung
zu dem Vertrage des Klägers mit dem Verklagten stand, der Verklagte
die Pferde erworben, ist der Weiterverkauf auf seine Rechnung erfolgt,
da ja dasjenige, was die Gesellschaft erwarb, auch von dem Verklag-
ten als Mitglied derselben erworben wurde, — somit, wenn auch der
Wiederverkauf Namens der Gesellschaft oder für Rechnung derselben
stattfand, alle Voraussetzungen vorhanden sind, unter welchen nach
dem Vertrage des Klägers mit dem Verklagten Ersterer von Letzterem
Rechnungssteüung verlangen kann. Selbstverständlich ist hiebei für
den klägerischen Anspruch ohne Belang, ob Verklagter seinen Gewinn
mit einem Mitgesellschafter theilen muß oder nicht, wie dieser Umstand
auch in dem Falle ohne Einfluß in fraglicher Richtung wäre, wenn
Verklagter Namens der Firma mit dem Kläger contrahirt hätte.
Ergibt sich hieraus einerseits, daß der Klaganspruch auch dann
begründet ist, wenn der in der Replik angegebene Sachverhalt der
richtige ist, so folgt andererseits auch, daß das Replikvorbringen
keine unstatthafte Klagänderung, sondern nur eine nähere thatsächliche
Wiederholung des Klagvorbringens enthält.
Den Klagegrund bildet lediglich der von dem Kläger angeblich
mit dem Verklagten abgeschlossene Vertrag und hienächst der Umstand,
daß dieser Vertrag von Seite des Verklagten soweit zur Ausführung
gebracht worden, daß letzterer durch den verabredeten Tausch in den
Besitz der in Rede stehenden beiden Pferde gelangte und deren Weiter-
veräußerung bewirkte. Außerwesentlich, wenn auch für den Kläger
hinsichtlich seiner Beweisführung nicht gleichgiltig, ist aber, ob Beklag-
ter den Tauschvertrag mit Wittwe P. in eigener Person oder durch eine
Mittelsperson, ob er denselben für eigene Rechnung oder für Rechnung
der Firma R. und S. vornahm oder vornehmen ließ, da unter allen
Umständen er dem Kläger für Erfüllung der eingegangenen Verpflich-
tung haftete und die Voraussetzung des tauschweisen Erwerbes der
fraglichen Pferde von seiner Seite als gegeben erscheint, mag dieser
Erwerb für seine alleinige Rechnung oder für Rechnung der Firma
R. und S. und letzteren Falles wieder durch ihn selbst oder seinen
Gesellschafter erfolgt sein. Hat S. den Tausch mit Wittwe P. in
seiner Eigenschaft als Gesellschafter der Firma R. und S. abge-
schlossen, so zerfällt hiemit die Folgerung, die Verklagter zur Motivi-

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