Full text: Volume (Bd. 2 (1864))

198 Fortlaufende Zusammenstellung handelsrechtlicher Entscheidungen

nicht, daß die anderweite gesetzliche Vertretungsverbind-
lichkeit des Verfrachters ausgeschlossen sei. Eine solche Verbindlich-
keit liege hier vor. Die wegen des niedrigen Wasserstandes nö-
thig gewordene Umladung habe im regelmäßigen Verlaufe der Reise
stattgefunden. Sie sei kein Unfall, keine höhere Gewalt, die den
streitigen Ballen betroffen und dessen Verlust verursacht hätte, zumal
der Ballen erst auf dem Zollamte in Petersburg verschwunden sei.
(Art. 607. 653. 664 H.-G.-B.) Indem der Capitän sich der Leich-
terfahrzeuge bediente, habe er nur zur vollständigen Erfüllung, nicht
zur Aufhebung des Frachtvertrages die nöthigen Schritte gethan,
zu denen er gesetzlich befugt gewesen. (Art. 496 H.-G.-B.) Da kein
Unfall eine Wirkung auf das Frachtverhältniß ausgeübt habe, so sei
also die Beklagte für Ablieferung der Ladung in Petersburg verant-
wortlich geblieben. (Art. 664 H.-G.-B.)
Von den Rücktritts gründen der Art. 631. 636. H.-G.-B.
liege hier keiner vor, und wäre dieß auch der Fall, so bliebe doch der
Schiffer unter Verhaftung des Rheders immer noch verpflichtet, für
das Beste der Ladung zu sorgen. (Art. 634. 636. H.-G.-B.)
Art. 593.
Siehe II. Zusatz zu Art. 409.
Art. 607.
Siehe I. Zusatz zu Art. 566.
Art. 647.
Siehe II. Zusatz zu Art. 407.
Art. 653.
Siehe I. Zusatz zu Art. 566.
Art. 664.
Siehe I. Zusatz zu Art. 566.
Von der Haverei (Art. 702—741.)
Art. 731.
I. Zusatz. Das Verfahren bei Einwendungen gegen
die Dispache.

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