Full text: Volume (Bd. 2 (1864))

aus dem Königreiche Preußen.

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der späteren Entdeckung des Mangels ge-
macht ist, und außerdem:
2) die Anzeige überhaupt innerhalb 6 Monaten
seit der Ablieferung erfolgt ist. (Art. 349.)
Wegen der erst nach 6 Monaten entdeckten Mängel ist
d ie Einrede also nicht mehr zulässig, selbst wenn die so-
fortige Anzeige erfolgt wäre.
Erkennt, des Obertribunals zu Berlin vom 12. Mai
1863. (Busch Arch. Bd. I. S. 503, wo die Gründe voll-
ständig abgedruckt sind.)
Art. 337.
I. Zusatz. Berechnung des Schadens bei Liefe-
rungs-Geschäften.
Erkennt, das Kreisgerichts zu Thorn vom 10. Sep-
tember 1863. (Centr.-Org. Nr. 49 vom 5. December 1863,
S. 223.)
Durch Schlußschein vom 10. December 1861 verkaufte der
Gutsbesitzer P. dem Kaufmann M. 250 Scheffel Weizen zum Ge-
wichte von 129/30 Pfd., den Mispel (ü 25 Schfsl.) zu 80 Thlr., Liefe-
rung franco Thorn im December 1861 oder Januar 1862. Als
Angeld wurden 798 Thlr. gezahlt. Käufer will nun 120 Scheffel
erst am 25. Februar 1862 und 130 Scheffel erst am 18. März 1862,
beide Male zum Gewicht von nur m/28 Pfd. erhalten haben. Da
der Weizen dieses geringeren Gewichts wegen zur Zeit der Lieferung
nur 68 Thlr. der Mispel gekostet, so habe er 118 Thlr. zu viel be-
zahlt und verlange deshalb die Rückzahlung dieses Betrages.
Das Kreis-Gericht hat, im Fall Käufer einen über das Gewicht
des Weizens ihm auferlegten Eid ableistet, den Verkäufer zur Zah-
lung von 85 Thlr. 26 Sgr. 8 Pf. verurtheilt, mit dem Mehrbeträge
den Käufer abgewiesen. In den Gründen heißt es:
„Der wirkliche Schaden des Klägers bestehe in der Differenz
zwischen dem Marktpreise zur Zeit der wirklichen Lieferung und dem
Marktpreise zur Zeit, während welcher der Verklagte zu liefern be-
rechtigt war. Der Weizen, welchen der Kläger in Wirklichkeit
erhalten, habe nach den Gutachten vernommener Sachverständigen
einen Marktpreis von 69 Thlr. gehabt. Der Weizen, welchen der

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