Full text: Volume (Bd. 2 (1864))

Handelsgesetzbuchs. — Die im letztgedachten Artikel rc. 131
Unerfahrenheit begangenen Versehens, keineswegs aber ein dieselben
gravirendes und eine von ihnen zu vertretende culpa begründendes
Zugeständniß, weshalb denn den Beklagten der Nachweis dieser
Exception, welcher mit der von ihnen zu führenden Gegenbescheinigung
zu verbinden sei, nicht versagt werden könne.
Gegen diesen Bescheid appellirten beide Theile, es erfolgte
jedoch nur aus die Berufung des Klägers eine Reformatoria, indem
das K. App.-Gericht zu Leipzig mittelst Urthels publ. 5. Septbr.
1863 erkannte, daß es bei dem Erkenntnisse erster Instanz, soweit
darin den Beklagten für die ihnen nachgelassene Gegenbescheinigung
zugleich die Ausführung der vorgeschützten Ausflucht verstattet
worden, auf die Berufung des Klägers nicht zu lassen, sondern die
hierauf bezügliche Disposition in Wegfall zu stellen, dagegen das
gedachte Erkenntniß im Uebrigen der von den Beklagten eingewendeten
Appellation ungeachtet zu bestätigen und die Kosten zweiter Instanz
zu compensiren seien.
Die beigegebenen Entscheidungsgründe sind folgenden
Inhalts:
1.
Mit Unrecht bestreiten Beklagte die Schlüssigkeit desjenigen
Abschnittes der vorliegenden Klage, welcher die Substantiirung der
von dem Kläger durch Nichterfüllung des in der Klage erwähnten
Kaufgeschäftes angeblich erlittenen Schäden enthält.
Die Klage steht in so weit nicht aus Eid, sondern auf förmlicher
Bescheinigung, und daß dieser Umstand bei Prüfung ihrer Schlüssig-
keit von wesentlichem Einflüsse sei, folgt von selbst aus der eigenthüm-
lichen, von dem Charakter der übrigrn Beweismittel abweichenden
Natur des Eidesantrages, ingleichen aus der Verschiedenheit des
durch die Wahl der Gewissensrührung oder sonstiger Bescheinigung
bedingten Proceßganges. Den weniger strengen Anforderungen aber,
welche hiernach an den bemerkten Klagabschnitt in Bezug auf
Specialität der thatsächlichen Begründung zu machen sind, entspricht
derselbe in zulänglicher Maße.
Dem Vorbringen Klägers zu Folge soll bei dem Ablause der
zwischen ihm und den Beklagten für die in der Klage gedachten
Maaren ausdrücklich vereinbarten Lieferzeit nach gleichartigen Maaren
eine besonders starke Nachfrage gewesen, vom Kläger selbst eine

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