Full text: Volume (Bd. 2 (1864))

108 Ueber Abschluß eines Vertrages durch Stellvertreter und das

centen als Stellvertreter des Mandanten zu erkennen gegeben habe
oder nicht, sofern nur der Mandant nachzuweisen vermöge, daß der
Stellvertreter in seinem Aufträge contrahirt habe, indem die Unbe-
kanntschaft des Dritten mit der Person des eigentlichen Gläubigers
deshalb einflußlos sei, weil dem Mandatar nicht nur freistehen würde,
den auf jene Unbekanntschaft gestützten Einwand des Beklagten durch
Cession der Klage an den Mandanten zu beseitigen, sondern auch es
einer förmlichen Cession gar nicht bedürfe, weil schon durch den Nach-
weis der Existenz des Stellvertretungsverhältnisses der Uebergang der
Klage auf den Mandanten ohne alle äußere Zeichen der Uebertragung
constatirt werde. Die vorstehende Ansicht jedoch, daß dem Mandan-
ten aus dem von seinem Stellvertreter ohne Bezugnahme auf das
Mandatsverhältniß abgeschlossenen Vertrage eine actio utilis zusteht,
hat in der sächsischen Praxis keine Geltung erlangt, indem dieselbe
die von einer großen Anzahl von Rechtslehrern vertheidigte Meinung
befolgt, daß, sobald der Stellvertreter im eigenen Namen, mithin ohne
Bezugnahme auf den Auftraggeber contrahirt, der Stellvertreter nur
für seine Person aus dem Contracte berechtigt und verpflichtet ist, und
sein Mitcontrahent weder gezwungen werden kann, sich an den Man-
danten des Stellvertreters, so lange dieser nicht sich als Cessionar des
Letzteren legitimirt, verweisen zu lassen, noch berechtigt ist, den Man-
danten selbst in rechtlichen Anspruch zu nehmen.
cfr. Gensler im Archiv für civilistische Processe Band 1,
pag. 397 ff.
Heise und Cropp, juristische Abhandlungen,Th. 2, pag. 389.
Mühlenbruch, Cession §. 14, pag. 136 ff., pag. 145 ff.,
471 ff.
Thöl, Handelsrecht §. 24. 25.
Curtius, Handbuch des in Sachsen geltenden Civilrechts,
Th. 4, §. 1516.
Auch bezeugt Seuffert, daß die obige von ihm im praktischen
Pandekten-Recht §. 298 zu Note 8 und §. 338 adoptirte Ansicht in
der Handelswelt und in der handelsgerichtlichen Praxis einer ent-
schiedenen Opposition begegne, indem man in allen den Fällen, wo
der Mandant beim Contrahiren nicht genannt worden ist, dessen active
oder passive Einmischung als unstatthaft ansehe und es für einen Ver-
stoß gegen das den Handelsverkehr beseelende Princip persönlichen

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