Full text: Volume (Bd. 20 (1871))

4. Nekrolog [Eduard Brauer, 1811-1871]

Nekrolog.

Es liegt mir die schmerzliche Pflicht ob, den Tod eines der
ersten und geschätztesten Mitarbeiter an diesem Archive den geehrten
Lesern desselben anzeigen zu müssen.
Der Herr Oberhofgerichtsrath Eduard Brauer, zu Carlsruhe
am 2. Novbr. 1811 geboren, der sich zu Anfang des Jahres 1870
noch der vollkommensten Gesundheit erfreute, wurde im Herbste des-
selben Jahres von mehreren schlagartigen Anfällen betroffen und
endete in Folge einer Lungenlähme am 8. Januar sein thätiges Leben.
Sein Vater, der um Badensche Organisation und Gesetzgebung
hochverdiente Staatsrath Fr. Nie. Brauer, war schon 1813 ver-
storben. weshalb die Sorge für die Erziehung unseres jetzt ver-
ewigten Freundes hauptsächlich seiner Mutter Louise zufiel, die sie
vortrefflich leitete. Nachdem er von 1819 bis 1830 die gelehrte
Schule zu Carlsruhe besucht hatte, ging er auf die Universitäten
zu Göttingen und Heidelberg, um sich zu dem Berufe des Rechts-
gelehrten vorzubereiten.
Frühe schon geistiges Schaffen und Vollbringen als höchstes
Ziel irdischen Strebend erkennend, begnügte er sich nicht mit der
Umfassung des ergriffenen Fachstudiums. Universales Wissen zu
erringen war sein eifriges Bestreben und schon damals hat er den
Grund zu jenem seltenen Grade humanistischer Bildung gelegt,
den seine Freunde an ihm bewunderten. —
Im Jahre 1834 machte E. Brauer das juristische Staats-
examen, aus welchem er mit der Note „vorzüglich" hervorging.
Mehrere Jahre als Practicant zuerst in Carlsruhe, dann in Pforz-

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer