Full text: Volume (Bd. 20 (1871))

Haftet die Eisenbahnverwaltung für den Güterführer rc.

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Falle der Art. 401 gar keine Anwendung finden könne, und daß
dies selbst dann, wenn der Frachtführer das Gut mit einem durch-
gehenden Frachtbriefe übernommen habe, der Fall sei (Protocoll,
S. 4741).
Es kann gerade bei der Eisenbahn der Natur der Sache nach
nicht anders angenommen werden, als daß deren Intention auf
einen weiteren Transport, als solcher durch die vorhandenen
Schienengeleise sich ermöglicht findet, nicht gerichtet ist. Ebenso-
wenig kann es aber zweifelhaft sein, daß es jedem Frachtführer
sreistehen muß zu erklären und bez. durch den Frachtbrief sich aus-
zubedingen, wie weit er für seine Person und unter eigener Haft-
barkeit den Transport auszuführen sich anheischig machen will.
§ 4.
Will man daher auch noch so wenig Rücksicht darauf nehmen,
daß der Rollwagenführer, welcher lediglich das Frachtgut von dem
Bahnhofe aus dem Destinatär zuführt, doch offensichtlich selbst
dann, wenn die Eisenbahnverwaltung nicht direct die Eisenbahn-
fracht von dem Adressaten eincassirte, was doch stets der Fall zu
sein pflegt, eine ganz andere Stellung in Bezug auf den Trans-
port des Guts und in Bezug auf Eintritt in den in dem Fracht-
brief beurkundeten Frachvertrag einnimmt, als dies der Fall ist bei
demjenigen Frachtführer, welcher unter Uebernahme des Frachtbriefs
und auf Grund des abgeschlossenen Frachtvertrags den Transport
von einem Orte zu einem weiter entfernten ausführt, dort das
Gut an den Destinatär abliefert und diesem gegenüber seine sowie
seiner Vorgänger Ansprüche aus dem Frachtverträge in Gemäßheit
der Art. 410 u. 411 des H.-G.-B. geltend macht; will man im
Gegentheil noch soviel Werth darauf legen, daß für diesen Roll-
wagenführer ein besonderer den vorgehenden Frachtführer jeder Ver-
antwortlichkeit für denselben enthebender Specialfrachtbrief vom An-
fang an überhaupt nicht ausgestellt wurde; will man nur darauf
Werth legen, daß für diese Zuführung des Guts von dem Bahn-
hofe aus nur ein einziger Frachtbrief maßgebend erscheint, sowie
daß im Zweifel immer angenommen werden müsse, daß, sooft der
Frachtführer den Transport eines Frachtgutes mit einem Fracht-
briefe, laut dessen er dasselbe von einem Abgangsorte bis an einen
bestimmten Bestimmungsort zu bringen habe, ein einheitlicher

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