Full text: Volume (Bd. 20 (1871))

Die deutschen Postgesetze.

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pfangnahme zu beauftragen, oder die Sendungen, welche in diesem
Falle höchstens 14 Tage ausbewahrt werden, auf der Post abzu-
holen. Im ersten Falle ist die gewöhnliche Bestellgebühr, im
zweiten Falle die Gebühr für posts restanto und Fahrpostsen-
dungen (§. 16) 3 Kr. zu entrichten.
1. Grotzherzogthnm Schwert«.
Auch hier ist die unter den frühem Landes-Postverwaltungen
übliche Bestellung der Werthpackete in das Haus des Adressaten
sicherer Nachricht zufolge beibehalten worden. (Rescript des Ge-
neral-Postamtes in Berlin v. 9. Mai 1870.)
in. Bormaliges K«rfürftenth«m Hessen.
Nach den vormaligen kurhessischen Postvorschriften mußten
den im Postorte selbst wohnenden Adressaten die Werthsen-
dungen jeder Art in's Haus bestellt werden, dagegen war die Verpflich-
tung bezüglich der Bestellung von Werthsendungen an Adressaten im
Landbestellbezirke blos eine beschränkte, d. h. in der Regel auf die
Höhe der vom Landbriefträger geleisteten Caution beschränkte.
Für die Beurtheilung der dermaligen Verpflichtung der Post-
anstalten bezüglich der Bestellung von Sendungen an die Adressa-
ten kommt §. 30, Abs. VI des Reglements zu dem Gesetze über
das Postwesen für den norddeutschen Bund, d. d. 11. December
1867 — mit in Betracht.
Zeugniß des Postamtes zu Cassel vom 25. Novbr. 1869.
n. Vormaliges Königreich Hannover.
Von der früheren königlich hannoverschen Postverwaltung ist
eine verschiedene Praxis bei Auslieferung von Werth- Packeten
gehandhabt worden.
Bei größeren Postanstalten wurden Werthsendungen unter
Umständen in das Haus gebracht (z. B. bei Sendungen mit
Papiergeld), bei kleineren Postanstalten jedoch niemals.
Zeugniß des Postamts daselbst vom 25. Novbr. 1869.
o. Herzogthum Nassau.
'Nach den vormaligen herz. Nassauschen Gesetzen mußten Werth-
Packete jeder Art durch die Post den Adressaten ins Haus abge-
liefert werden und geschieht dies heute noch.
Zeugniß des Postamtes Wiesbaden, den 25. Novbr. 1869.
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