Full text: Volume (Bd. 20 (1871))

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Literarische Umschau.

worrenen Rechtsverhältnisse finden wird und zwar um so mehr, als die
mit großer Sorgfalt und Genauigkeit gebotenen Gesetzes- und Literatur-
nachweise eine selbstständige Prüfung der einzelnen Fragen dein erkennenden
Richter wesentlich erleichtern werden. Auch der mit der Führung des
Handelsregisters betraute Beainte fiudet in der kleinen Schrift nranchen
zweckmäßigen Wink.
Daß die Abhandlung von einer gewissen Cafuistik und dem Herbei-
ziehen im Grunde mehr legislatorischer Gesichtspunkte nicht ganz frei
bleiben konnte, wurde durch die Vielgestaltigkeit der zu berücksichtigenden
Verhältnisse und durch das Bedürfnis; der Weiterbildung der das Ge-
sellschastswesen betreffenden handelsrechtlichen Bestinnnungen geboten.
Auf einzelne Partien der verdienstlichen und fleißigen Arbeit näher
einzugehen, müssen wir uns aus Mangel an Raum leider versagen und
es mag nur noch erwähnt werden, daß der Herr Verfasser dem Ab-
schnitte über die Comuranditgesellschaft auf Actieu eine dankcnswerthe
Beilage durch den Abdruck der einschlagenden Bestimmungen aus den
Statuten von 26 derartigen Gesellschaften gegeben hat, und daß als eine
der interessantesten Partien des Schriftchens der § 12 über den Art. 199
des H.-G.-B. zu bezeichnen ist, obwohl dieser Artikel inzwischen durch
das Bundesgesetz vom 11. Juni 1870 eine durchgreifende Veränderung
erfahren hat. ' /X
64. Repertorium zum a. d. H.-G.-B., versaßt von E. Grüne-
wald, Rechtsconcipienten. 1. Lieferung, Bogen 1—5,
Art. 1—77. Bamberg, Verlag der Buchnerschen Buch-
handlung, 1870.
Wie der Titel zeigt und die kurze Vorrede in Aussicht stellt, be-
absichtigt der Herr Verfasser dem Praktiker ein Hülfsbüchlein in die Hand
zu geben, aus welchem sich derselbe rasch über die in Theorie und Praxis
vorherrschende Auslegung des H.-G.-B., namentlich der controversen Be-
stimmungen desselben informiren kann. Die vorliegende Lieferung zeigt,
mit welchem Fleiße der Herr Verfasser seine Aufgabe in Angriff genom-
men hat. Die Artikel des H.-G.-B. werden nur der Zahl nach und in
ihrer legalen Reihenfolge allegirt, nicht wörtlich abgedruckt, wodurch eine
die Handlichkeit immerhin beeinträchtigende compendiöse Form vermieden
wird. Bei jedem Artikel ist auf die Quellen, insbesondere auf die Com-
missionsprotocolle verwiesen und es folgen dann in kurzer Fassung die in
Theorie und Praxis adoptirten Entscheidungen zweifelhafter Fragen unter
Nachweis der darüber vorhandenen Literatur. Auch die Jnstructions-
entschließungen einzelner Landesregierungen, insbesondere der königlich
bayerischen, sind nachgewiesen. Die Fassung der einzelnen Rechtssätze ist
präcis, aber klar und insbesondere auch dem Nichtjuristen leicht verständlich.

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