Full text: Volume (Bd. 20 (1871))

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Königreich Preußen. Art. 301.

der Depesche um 3 Uhr 48 Minuten Nachmittags am 22. August
1864 ein Telegramm folgenden Inhalts:
„Kalb Sohn, Wiesbaden.
Bezahlt an Jules Walter Ihr Bon Frcs. 5000. Gehts in
Ordnung?
S. Wormser."
und erhielt vom Beklagten als Antwort das am nämlichen Tage
h Uhr 57 Minuten ausgegebene Telegramm.
„Bon Walter in Ordnung von ihm unterschrieben wird
mit 2333 Gulden bezahlt zu 28 Kreuzern.
Kalb."
In der Klage wird nun behauptet, sowohl vor, als nach Ab-
schluß des Geschäfts und der Bezahlung des Bon von Seiten
des Klägers an Jules Walter habe der Kläger beim Beklagten
angefragt, ob der dem I. Walter ertheilte Bon in der Ordnung
sei und ob Beklagter sich verpflichte, dem Kläger den Betrag von
5000 Frcs. zu bezahlen, falls dieser den Bon von I. Walter er-
werbe. Der Beklagte habe darauf jedes Mal sofort am 22. August
1864 erwidert, daß der Bon in Ordnung sei und daß er den
Betrag an den Kläger mit 2333 Fl., den Franc zu 28 Kreuzer
gerechnet, bezahlen werde, wenn dieser den Bon erwerbe, welches
Versprechen der Kläger angenommen habe. Obwohl nun der Kläger
den Bon erworben, verweigere Beklagter, welchem der Bon am
14. October 1864 zur Zahlung präsentirt worden sei, diese: wes-
halb gebeten wird, ihn zur Zahlung von 2333 Fl. nebst 6 pCt.
Zinsen vom 15. October 1864 an zu verurtheilen.
Noch unter Geltung der früheren Proceßgesetze wurde, beim
Leugnen des Beklagten, dem Kläger vom vormaligen Oberappella-
tionsgerichte zu Wiesbaden Beweis darüber auferlegt: 1) daß
I. Walter ihm den fraglichen Verpflichtungsschein am 22. August
1864 mit dem Aufträge zur Erhebung des Betrags eingehändigt
habe; 2) daß ihm Beklagter auf Anfrage vom 22. August 1864
für den Fall des Erwerbs des Scheins die Zahlung des Betrages
von 2333 Fl. versprochen habe und 3) daß er den Schein dem
Beklagten am 14. October 1864 habe präsentiren lassen.
Das königl. Kreisgericht zu Wiesbaden, an welches die Sache
nach Aenderung der Justizorganisation gelangt war, nahm bezüg-

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