Full text: Volume (Bd. 20 (1871))

Königreich Preußen. 291
den Bücheruachdruck vom 22. Juli 1836 (Eisenlohr, Sammlung,
S. '92) bestimmte,
daß die von den Angehörigen eines deutschen Bundesstaats
verfaßten oder verlegten Schriften, ohne Unterschied, ob sie
bei Verkündigung dieses Gesetzes bereits erschienen sind,
oder erst künftig erscheinen, von der Zeit ihres Erscheinens
an 6 Jahre lang einen Schutz gegen den Nachdruck in gleicher
Weise, wie wenn denselben nach dem Gesetze vom 25. Februar
1815 ein besonderes Privilegium deshalb verliehen wäre,
genießen sollen.
Danach würden die Lenauschen Gedichte vom Jahre 1834
bis Ende 1840 vor Nachdruck geschützt gewesen sein. Jnwischen
erschien aber am 17 October 1838 ein Gesetz gegen den Bücher-
nachdruck (Eisenlohr, S. 93), dessen Art. 1 den in einem deutschen
Bundesstaate oder im Württemberg seit dem 1. Januar 1838 er-
schienenen Werke einen 10jährigen Schutz seit der Zeit seines Er-
scheinens zusicherte und sodann bestimmte:
„den gleichen Schutz haben die vom 1. Januar 1818 bis
zum 31. December 1837 im Umfange des deutschen Bun-
des erschienenen Werke bis zum 31. December 1847 zu
genießen."
Endlich erging am 24. August 1845 ein neues Gesetz (Eisen-
lohr 1. e. S. 96), dessen Art. 1
denjenigen Werken, welche durch das Gesetz vom 17. Octbr.
1838 geschützt waren, einen Schutz auf die Lebensdauer
des Urhebers eines solchen Werks und auf 30 Jahre vom
Tode desselben ertheilt.
Weiter heißt es darin wörtlich:
Werke ungenannter oder nicht mit ihrem wahren Namen
genannter Verfasser gerießen den besagten Schutz 30 Jahre
lang von dem Ablaufe des Jahres ihres Erscheinens an
gerechnet.
Hiernach fragt es sich, um die Dauer des Schutzes berechnen
zu können, ob die im Cottaschen Verlage im Jahre 1834 erschienene
Ausgabe der Lenauschen Gedichte mit Angabe des wahren Namens
ihres Verfassers erschienen ist. Dies ist jedoch zweifellos nicht der Fall.
Denn der Dichter heißt festgestellter Maßen Nicolaus Franz Niembsch
19'

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