Full text: Volume (Bd. 20 (1871))

132 Königreich Preußen. Art. 282. 283. (355. 357 )
Höhe der int Richter'schen Konkurse vielleicht zur Vertheilung ge-
langenden Dividende sich noch nicht übersehen läßt. Denn nach
§§ 298 und 300 daselbst darf der Gläubiger, dessen Hauptschuld-
ner, wie im vorliegenden Falle der p. Richter, die Königlichen
Lande verlassen hat, mindestens flüchtig ist und über dessen Ver-
mögen der Konkurs schwebt, sich sofort an den Bürgen halten.
Das vorige Urtel hat hiernach bestätigt werden müssen.
y-

Art. 282. 283. (355. 357.)
Haftung des unredlichen Besitzers von Jnhaberpapieren
für deren Werthverminderung.
Erk. des Obertribunals zu Berlin (V. Senat) vom
18. Januar 1870. (Behrend, Zeitschr. s. Gesetzg. und
Rechtspflege in Preußen, Bd. IV, S. 64.)
Es ist Grundsatz, daß der bis dahin gutgläubige Erbschafts-
besitzer durch die wider ihn angestellte Klage in Bezug auf die
Prästation der culpa dem malae fidei possessor gleichgestellt
wird, also von dem Augenblick der Klage an für die durch sein
Versehen eingetretene Beschädigung oder Verminderung des Nach-
lasses haftet,
1. 25. § 8; I. 54. § 2. D. 5. 3.
Danach würde die Verklagte für die durch das Sinken der
Course bedingte Werthverminderung des Nachlasses verantwortlich
sein, wenn ihr obgelegen hätte und sie im Stande gewesen wäre,
einer solchen Werthverminderung vorzubeugen oder sie wieder
auszugleichen.
Dieß ist jedoch njcht anzunehmen.
Die Werthpapiere (es handelt sich um frankfurter, hessische,
würtemberger und hauptsächlich um spanische Obligationen, deren
Cours durch die Ereignisse des Jahres 1866 und beziehungsweise
durch die spanische Revolution von 1868 deprimirt ist) sind mit
dem gesammten Rindskopf'schen Nachlasse, dessen Capitalien darin
zinsbar angelegt waren, auf die Verklagte übergegangen und von
ihr seit dem Jahre 1846 unter wechselnden Zeitverhältnissen auf-
bewahrt worden. Sie waren ihrer Natur nach Coursschwan-
kungen unterworfen, die von Ereignissen abhängig waren, die

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