Full text: Volume (Bd. 23 (1871))

P4 Bezirk des O.-A.-G. zu Lübeck. Art. 505. 506. 631. 634. 636 re.
H« Art. 504. 505. 506. 631. 634. 636. 638. 643.
661. 662.
Aufhebung eines Frachtkontracts wegen ausgebrochenen
Krieges.
Erkenntniß des Handelsgerichts vom 20. Septbr. 1870,
daß dem Kläger Acte darüber zu ertheilen, daß der Be-
klagte erklärte, das fragliche Connossement vor Empfang
der in Anl. 1 enthaltenen Erklärung an die Joung Pa-
raffin Company in Glasgow übertragen zu haben,
und daß Beklagter seinerseits gegen den klägerischen
Rücktritt vom Frachtverträge keine Einwendung erhebe,
die weitergehende Klage aber unter Verurtheilung des
Klägers in die Kosten abzuweisen.'

Entscheidungsgründe:
Die Parteien sind über folgenden Thatbestand einig. Der
Kläger hat sein norddeutsches Schiff „Marianne" zu einer Reise
von hier nach Granton für 490 leere Fässer — nach klägerischer
Angabe als Stückgut — dem Beklagten verfrachtet, darüber Con-
nossemente an Ordre des Beklagten am 13. Juli d. I. gezeichnet
und ihm eingehändigt, die Ladung oder den Rest der Güter am
15. Juli an Bord erhalten; das Schiff ist am 16. Juli auscla-
virt, am 18. oder 19. Juli ist die französische Kriegserklärung in
Berlin übergeben, nachdem dieselbe bereits seit mehreren Tagen
veröffentlicht war, die „Marianne", welche bis Blankenese abwärts
gegangen war, ist nach der Stadt zurückgekehrt und am 12. Aug.
d. I. hat der Kläger die Auflösung des Frachtcontractes, die
Entlöschung und die Rücklieferung der Connossemente begehrt,
während die französische Blokade der Elbe Mitte August publi-
cirt worden. Der Kläger knüpft an den Antrag auf Rückgabe
der Connossemente die Bitte, in Entstehung derselben eine genü-
gende Sicherheit für alle möglichen Folgen nicht geschehener Rück-
gabe dem Beklagten aufzuerlegen.
Es fragt sich nun 1. ist der Kläger befugt, von dem Ber-

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