Full text: Volume (Bd. 23 (1871))

34 Bezirk des O.-A.--G. zu Lübeck. Art. 367. 380 rc.
Und hat Kläger nachdem die Ersatzpflicht der Beklagten
seflgestellt sein wird salva reprobatione den Nachweis:
daß zur Zeit der Abnahme der Waare durch L. E.
Hirsen ihr Marktpreis 27 Thlr. per 200 Psd. netto
oder wie viel weniger gewesen sei
in anzusetzendem Termine 8. p. desert. anzutreten.

Auf Appellation beider Parteien erkennt das Obergericht am
24. Septbr. 1869:
da den Beklagten eine Aufnahme des Gewichtes der ihnen
zur Spedition überwiesenen 124 ganzen und 4 halben Fässer
Thran, deren Gewicht im Connossemente nicht angegeben war
vom Kläger nicht aufgetragen war und aus der angeblichen von
ihnen bestrittenen Mittheilung der beklagtischen Arbeitsleute an
den, 14 Tage nach Ausnahme der Waare hier eingetroffenen,
klägerischen Procuristen,
„Man habe einen Theil der Fässer gewogen; die hätten
250 Psd. gewogen;"
um so weniger eine Verbindlichkeit der Beklagten, für ein bestimm-
tes Gewicht auszukommen, entnommen werden kann, als der
Kläger selbst angiebt, das Gewicht der einzelnen Fässer sei ein
sehr verschiedenes gewesen, indem einige sogar 280 Psd. gewogen
haben;
da demnach das ursprüngliche Gewicht der einzelnen Fässer
oder der ganzen Partei einstweilen und bis nach Feststellung einer
beklagtischen Ersatzpflicht entstandenen Schadens, nicht in Frage
kommt;
da anderntheils die Beklagten eine bedeutende Leccage der
ihnen zur Spedition und damit verbundenen einstweiligen Lager-
ung überwiesenen Waare, nicht bestritten, und demnach einen dem
Kläger während ihrer Behandlung der Waare oder bei Gelegen-
heit derselben entstandenen Schaden eingeräumt haben;
da ihnen mithin nach Art. 380 des H.-G.-B. der Beweis
obliegt, daß sie bei der Empfangnahme und Aufbewahrung des
Gutes die Sorgfalt eines ordentlichen Kaufmanns angewendet

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