Full text: Volume (Bd. 23 (1871))

Königreich Preußen. Art. 310. 322. 343. 354. 375. 309
Die Nichtigkeitsbeschwerde ist in diesem Falle als eine
eigentliche Revision zu behandeln.
Erkenntniß des 4. Senats des Ober-Tribunals in Berlin
v. 31. Januar 1871. (Original-Beitrag.)
Der bei Düsseldorf wohnhafte Kläger ist im September
1867 mit der verklagten Handlung in Geschäfts-Verbindung ge-
treten. Er vereinbarte mit der Verklagten, daß er durch dieselbe
zinstragende Staats- und Eisenbahnpapiere einkaufen lassen werde.
Nach der streitig gebliebenen Behauptung der Verklagten ist ferner
vereinbart worden, daß die Verklagte bei allen Geschäften als
Eigenhändlerin gelten und daß Kläger für alle Geschäfte einen
Einschluß von je 20—30% des Nominalbetrages der für ihn
einzukaufenden Werthpapiere leisten solle.
Am 23. October 1867 beauftragte Kläger die Verklagte te-
legraphisch für ihn
5000 Thlr. Cosel-Oderberger \
10,000 „ Oberschlesische A oder C \ Eisenbahn-Aktien
und 10,000 „ Cöln-Mindener J
billigst per November ejusdem lieferbar anzukaufen.
Die Verklagte zeigte dem Kläger durch Brief von demselben
Tage an, daß sie die Ordre effectuirt habe, ersuchte den Kläger
um seine Bestätigung, daß er von ihr per ultftuo November
täglich
5,000 Thlr. Cosel-Oderberger Eisenbahn-Aktien ä 72%
10,000 ,, Oberschlesische A oder C „ L195 %%
10,000 „ Cöln-Mindener „ ä 140%%
Alles mit % % Provision, % %o Courtage gegen Valuta nach
Berliner Usance zu beziehen habe, und fügte hinzu, daß diese
Effectuirung selbstverständlich unter der Bedingung geschehen sei,
daß Kläger durch Baarsendung oder durch Kurs habende Ef-
fecten einen den Engagements entsprechenden Einschuß von 20
bis 30% mache.
Die in Rede stehenden Eisenbahn-Actien erlitten in den
nächstfolgenden Tage einen Rückgang im Kurse.
Am 28. October 1867 erhielt die Verklagte einen vom 26.
desselben Monats datirten Brief des Klägers, in welchem dieser

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