Full text: Volume (Bd. 23 (1871))

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Bezirk des O.-A.-G. zu Lübeck. Art. 313. 314. 382 rc.

anspruch auf Ersatz der durch die telegraphische Anfrage nach N. N'
entstandenen Kosten als unbegründet anzusehen ist, indem den
Umständen nach angenommen werden muß, daß Beklagte, als sie
diese Anfrage erließen, nur ihr eigenes Interesse und nicht auch
dasjenige der klägerischen Mandanten wahrnehmen wollten, somit
die Voraussetzungen einer die klägerischen Mandanten verpflichten-
den negotiorum gestio hier nicht vorliegen:
daß Beklagte schuldig seien, sofort nach Rechtskraft dieses
Erkenntnisses die in der Klage näher bezeichneten beiden
Ballen dem m. n. Kläger gegen Vergütung der auf die-
selben ausgelaufenen Spesen auszuliesern und zwar bei
Strafe der Execution auf den angegebenen Werth von
Pr. Et. 965 Thlr. 14 Sgr.
wegen eines durch verzögerte Auslieferung entstandenen
Schadens dem klägerischen Mandanten alle Gerechtsame
zu reserviren, beiden Parteieil eventuell auch behufs Fest-
stellung der den Beklagten zu vergütenden Spesen weitere
Anträge vorzubehalten,
die Proceßkosten übrigens zu compensiren.

Aus Appellation der Beklagten erkennt das Obergericht am
7. März 1870.
Da für das Obergericht keine Veranlassung vorliegt, von den
Rechtsanschauungen zurückzutreten, welche in dem, am 8. Januar
1866 von demselben abgegebenen Erkenntnisse in Sachen Günther
und Behrend c. Friedrich Benecke hinsichtlich der Collision der
Rechte des retinirenden Spediteurs und des mit der Verfolgungs-
klage auftretenden Absenders, entwickelt worden sind, indem seit
Abgebung desselben neue, zur Entkräftung jener Rechtsanschauungen
geeignete Erörterungen, dem Obergerichte nicht zur Kunde gekom-
men sind, wenn auch andererseits das, in derselben Sache er-
gangene Endurtheil und die demselben beigefügten Entscheidungs-
gründe der Juristenfacultät der Universität Jena, sowie die Er-
örterungen, welchen diese Materie in

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