Full text: Volume (Bd. 23 (1871))

122 Entscheidungen des B.-O.-H.-G. Art. 336, 348, 653.
mehr auch rechtskräftig feststeht, in der Lage sind, die ihnen gegen-
über bestrittene Verladung der Waare in contraktsmäßiger Be-
schaffenheit beweisen zu müssen — in Betreff des ersten Moni-
tums den Beweis aufgelegt, daß „die Fische <411. bei deren Ver-
ladung in gesundem Zustande sich befunden hätten und gut ge-
trocknet gewesen seien." Eine gegen diese Beweisauflage in zweiter
Instanz gestellte Beschwerde der Beklagten ist erfolglos geblieben.
— In Betreff des zweiten Monitums ist das Handelsgericht
davon ausgegangen, es könne nach dem Acten-Jnhalte nicht mehr
in Zweifel gezogen werden, daß an einem großen Theil der Rund-
fische die von den Klägern als Fehler gerügte schwarze Farbe sich
gezeigt habe, daß auch diese von den Sachverständigen der Periode
des Trocknens der Fische (unter den klimatischen Verhältnissen des
hohen Nordens) beigemessenen Färbung schon zur Zeit der Abla-
dung vorhanden gewesen sei. Eine Unempfangbarkeit der Fische
wegen der an ihnen vorkommenden schwarzen Farbe, welche die
Kläger behaupteten, würde im vorliegenden Falle dann anzuneh-
men sein, wenn nach holländischer Geschäftsausfassung (falls nicht
etwa besondere darauf bezügliche Vorworte der Contrahenten das
Gegentheil sestgestellt haben sollten), Rundfische, welche in Folge
des Trocknens schwarz geworden seien, als unempfangbar betrachtet
würden. Sollte dies sich wie angegeben verhalten, so würden die
Beklagten verpflichtet gewesen sein, der vorgedachten holländischen
Geschästsauffassung zu genügen, und zwar deshalb, weil der Handel
in Holland (zwischen den durch ihren dortigen Agenten vertretenen
Beklagten und den Klägern) über eine nach Holland bestimmte
Ladung geschlossen worden sei, aus welchem Umstande, bei der
Nicht Verstattung schwarz gefärbter Fische durch contraktliche Ver-
einbarung gefolgert werden müsse, es seien in Holland empfang-
bare, also nicht mit schwarzer Farbe behaftete Fische zu liefern
gewesen. —
Demgemäß hat das Handelsgericht den Klägern den Beweis
der von ihnen behaupteten in Holland bestehenden Geschästsauf-
fassung zur Pflicht gemacht. —
Wenn in den Entscheidungsgründen zum Handelsgerichts-Er-
kenntniß hinzugefügt worden ist, aus Seiten der Kläger werde
auch der Beweis genügen, daß das Vorkommen schwarz gefärbter

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