Full text: Volume (Bd. 18 (1870))

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Königreich Preußen. Art. 380. 384.

Platzgöbrauch nicht gegen partielle Beschädigung zur See
versichert zu werden pflegen,
oder
e) es sei zu der Zeit in welcher sie von dem Beklagten den
betreffenden Auftrag erhalten habe, unmöglich gewesen,
Lumpen in Holland und England gegen partielle Beschä-
digung zu versichern.
II. Beklagter
a) daß die 145 Ballen Lumpen bei oder kurz nach ihrer An-
kunft in London auf die in dem Berichte des Maklers
Bacon beschriebenen Weise beschädigt gewesen seien;
b) daß diese Lumpen bestmöglicht verkauft worden seien und
daß dieser Verkauf einen Erlös, von.£ 341 ergeben habe
c) daß der gemeine Handelswerth der 145 Ballen Lumpen in
unbeschädigtem Zustande zu der Zeit ihres Verkaufs in
London sich auf £ 578 belaufen habe.
Gründe: *
1) Es ist unbestritten, daß Klägerin auf die s. Z. geschehene
Anfrage des Beklagten, zu welchem Preise sie die Lumpen-Ver-
sendungen incl. der See-Assecuranz von Rotterdam aus über-
nehme, ihre Preise mit dem Hinzufügen aufgegeben hat „See-
Assecuranz 3/8°/o extra“. Hiernach kann es keinem Zweifel unter-
liegen, daß der betreffende Versicherungsauftrag ganz allgemein
lautete, wie es denn ebenso unzweifelhaft ist, daß in Folge eines
Unfalls zur See auch eine partielle und zwar dabei sehr bedeutende
' Beschädigung eintreten kann, weshalb ein vorsichtiger Kaufmann
auch gegen diese in der Regel Versicherung nehmen wird und
darum auch anzunehmen ist, daß ein allgemein ertheilter Auftrag
aus Versicherung auch als mit auf Fälle theilweiser Beschädigung
gerichtet zu betrachten ist und durfte darum auch der Beklagte
annehmen, daß seine Lumpen in dieser Weise versichert würden.
Klägerin behauptet nun nicht nur, daß eine solche Versicherung
in Rotterdam für Lumpen nicht üblich sei, sondern auch daß der
Beklagte dieß habe wissen müssen. Dieß ist jedoch entschieden
unrichtig, da gerade zu dem Zwecke der binnenländische Kaufmann
die Besorgung eines mit dem Seehandel in Verbindung stehenden

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