Full text: Volume (Bd. 18 (1870))

Literarische Umschau.

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sirenden deutschen Goldmünze anerkannt worden. Die' Ereignisse
des Jahres 1866 und ihre Folgen haben das Verlangen nach einer
allgemeinen deutschen Münzreform zu einer brennenden Frage ins-
besondere auch für Preußen gemacht und deßhalb die Aussicht auf
Verwirklichung näher gerückt. Mit dieser Lage der Dinge in Deutsch-
land treffen die Bestrebungen wegen Herbeiführung einer interna-
tionalen Münzgleichheit zusammen. Vom 17 Juni bis 6. Juli
1867 tagte in Paris eine Conferenz mit dem ausgesprochenen Zwecke,
„die geeigneten Mittel zur Verwirklichung der Münzeinheits-Idee
ausfindig zu machen." Die Verhandlungen dieser Conferenz sind
von dem Herrn Verfasser ins Deutsche übersetzt, der Uebersetzung
eine kurze Einleitung und Uebersicht des Ganges der Verhandlungen
sowie einige Bemerkungeu hierüber nebst Vorschlägen vorausgeschickt,
und als Beilagen folgen Auszüge aus den für das Verständniß wich-
tigeren Münzverträgen und Uebersichtstabellen. Da fast Jedermann
bei der jeweiligen Gestaltung des Münzwesens betheiligt ist, und
das Zustandekommen eines allgemeinen Münzvereins unter allen ci-
vilisirten Staaten in Jedermanns Interesse liegt, so ist die Arbeit
des Herrn Verfassers dankbar anzuerkennen.
Die Redaction.

56. Kandeksrechtkiche Abhandlungen in zwanglosen Heften
von Dr. Karl Wilhelm Harder. I. Zum Commis-
sionsgeschäfte. II. Zum Speditionsgeschäfte. - Hamburgs
1870. Hermann Grüning.
Für beide Abhandlungen hat es sich der Herr Verfasser zum
Ziel gesteckt, die Jrrthümer zu betrachten, welche bisher bei der Be-
urteilung der genannten Geschäfte deshalb obgewaltet haben, weil
man auf diese die Grundsätze des Mandats angewendet hat, denn
unter Berufung auf Endemann, das deutsche Handelsrecht, 2.
verhess. Auflage, S. 800 ff., führt er aus, „daß sowohl das Comis-
fionsgeschäft als das eine Art desselben bildende Speditionsgeschäft
nicht nach den Grundsätzen des munäutum, sondern vielmehr nach
denen der Dienstmiethe zu beurtheilen sei. Mit Anführung zahl-
reicher praktischer Beispiele werden bei Erörterung der in diesen Ge-
schäften vorkommenden Rechtsverhältnisse die Consequenzen dieser
Ansicht gezogen. — Wir find zwar noch immer der Meinung, daß
die zur Berathung des allg. d. H.-G.-B.s niedergesetzte Commission
als das Wesentliche bei dem kaufmännischen Commissionsgeschäfte
das Mandatsverhältniß ansah und von dieser Voraussetzung aus-
ging (vrgl. Bd. 11 dies. Arch., S. 351), mögen aber gern das

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