Full text: Volume (Bd. 18 (1870))

Königreich Bayern. Art. 386.

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Eisenbahn an den Kläger abgesendet habe, steht außer Zweifel,
weßhalb Appellant die sofortige Verurtheilung des Beklagten zum
Schadensersätze primär auch blos deshalb begehrt, weil dieser ord-
nungswidrig es unterlassen habe, den Werth des zur Spedition
übernontmenen Gutes bei der Uebergabe an die Eisenbahn zu de-
clariren und so den vollständigen Ersatz desselben im Falle des
Verlustes zu sichern, und eventuell eine Beweisauflage für sich
dahin erstrebt, daß Beklagter bei Uebergabe der nun zu Verlust
gegangenen Waare deren Werth gekannt habe und durch die
klägerische Ehefrau namentlich um vorzunehmende Werthsdeclaration
bei Absendung der Waare angegangen worden sei.
Aus dem an den Beklagten ertheilten Aufträge, das von
Gebr. M. für die Adresse des Klägers ihm zu übergebende Waaren-
paquet zugleich mit den bei dem Beklagten selbst eingekausten
Maaren an den Kläger zu übersenden, und der Annahme dieses
Auftrages von Seite des Beklagten kann nun aber eine Verpflich-
tung des Letzteren zur Declaration des Werthes des fraglichen
Paquetes nicht abgeleitet werden.
* Jener Auftrag ist erfüllt, wenn Beklagter das von Gebr. M.
erhaltene Waarenpaquet den von der klägerischen Ehefrau bei ihm
eingekauften Maaren beigepackt und solche der Eisenbahnanstalt zur
Beförderung an den Kläger übergeben hat.
Eine Verpflichtung zur Werthsdeclaration der M'schen Maaren
würde, ganz abgesehen von der Frage, ob der Art. 367, Abs. 2 d.
H.-G.-B.s hier in Anwendung gebracht werden kann, für den Be-
klagten nur dann begründet worden sein, wenn von klägerischer
Seite jener Auftrag gleichzeitig auf die Declaration einer be-
stimmten Werthssumme erstreckt oder doch der Werth der dem Be-
klagten zur Spedition übergebenen Maaren demselben in einer
Weise und unter Umständen bekannt gegeben worden wäre, daß
er hierin die auf eine Werthsdeclaration gerichtete Absicht des
Auftragertheilenden erkennen mußte. Wurde jedoch, wie in der
Klage behauptet ist, dem Beklagten lediglich der Auftrag ertheilt,
das von Gebr. M. in Empfang zu nehmende Waarenpaquet mit
den bei ihm eingekauften Maaren an den Kläger zu übersenden,
und wurden, wie gleichfalls feststeht, diese vom Kläger bei Ge-
brüder M. gekauften Maaren dem Verklagten verpackt übergeben,

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