Full text: Archiv für Theorie und Praxis des allgemeinen deutschen Handelsrechts (Bd. 11 (1867))

5.6. Gewähr der Mängel bei Platzgeschäften

VI.
Gewähr der Mängel bei Platzgeschäften.
Bon Herrn Appellationsrath v. Kräwel in Naumburg.

Das Band IX, S. 368 flg. dieses Archivs abgedruckte Erkenntlliß
des Handelsappellationsgerichtes zu Nürnberg vom 5. Febr. 1866
betrifft folgenden Fall:
Ein Brauer kaufte von einem Getreidehändler Gerste, nahm sie
persönlich in Empfang und bezahlte den Kaufpreis. Einige Monate
später behauptete er, es habe sich beim Malzbereiten gezeigt, daß die
Gerste keine Schweinfurter sei, als welche sie gekauft worden, und
klagte den Minderwerth ein.
In den Gründen des den Kläger abweisenden Erkenntnisses wird
zunächst ausgeführt: Wenn bei der Berathung des H.-G.-B.'s der
Art. 347 auch auf Platzgeschäfte für nicht anwendbar erklärt wurde,
so sei dieß nicht in dem Sinne geschehen, daß für diese Geschäfte eine
laxere Bestimmung gelten sollte, sondern deßhalb, weil hier ein Be-
rufen auf nicht verborgene Mängel überhaupt ausgeschlossen sei_
Wer im Stande sei die Waare zu sehen, der müsse sie ansehen und
prüfen, ehe er sie nimmt. . .. Nur verborgene, bei gehöriger Sorg-
falt nicht zu entdeckende Fehler berechtigten beim Platzverkaufe zur
Rückschlagung der Waare; aber auch für diese gelte die Pflicht so-
fortiger Anzeige; denn sobald ein Fehler entdeckt sei, sei er ja ein
offener, und behalte demohngeachtet der Käufer die Waare noch un-
beanstandet, so habe er sie eben genehmigt.
Diese Ausführung findet jedoch in dem Art. 347 des H.-G.-B.s
keineswegs ihre Begründung. Es wird, um Wiederholungen zu
vermeiden, genügen, wenn wir auf die Bd. II, S. 397 flg. dieses

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