Full text: Volume (Bd. 11 (1867))

Freie Städte. Buch V, Tit. XI.

25

noch von dem Facturawerth die Rede sei. Die Factura sei allerdings
den Bekl. später durch den Mäkler vorgelegt, Bekl. hätten dieß so auf-
gefaßt, als behaupteten Kläger, der Facturabetrag sei der Einkaufs-
preis und in diesem Sinne, nicht im Sinne einer Taxe sei desselben
in der Police Erwähnung gethan; alle früheren Versicherungen mit
Kläger über Stengel seien von dem Bekl. in demselben Sinne abge-
schlossen. Von einer Taxe sei in der ganzen Police gar keine Rede.
Das Gericht erkannte, die Police an sich betrachtet erweise nicht, daß
sie eine taxirte habe sein sollen, indessen sei es doch möglich, daß die
Versicherung von den Parteien als taxirte, mit dem Facturabetrag
als Taxe, gewollt sei, und schade es solcher Absicht der Contrahenten
nicht, wenn dieselbe in der Police keinen Ausdruck gefunden habe.
Den Klägern ward darnach der Beweis auferlegt:
daß die Absicht beider Contrahenten dahin gegangen sei,
daß die in der Facturaaufgabe und der Police enthaltenen
Angaben als vereinbarte Werthbeträge der Versicherung
sollten zu Grunde gelegt werden.
Beide Theile appellirten gegen diese Entscheidung; dieselbe ward aber
vom Obergericht bestätigt.
Erk. des Brem. Handelsgerichts vom 25. Octbr. 1866 und
des Brem. Obergerichts als Appellationsinstanz v. 1. De-
cenlber 1866 in S. Lürmann & Toel c. den Norddeutschen
Lloyd. St.

Zu Buch V, Tit. XI.
Der bei dem Handelsgerichte zu Bremen anhängig gemachte
Proceß von D. H. Wätjen & Comp, das., Kläger, wider die Asse-
curanz-Compagnie, vertreten durch Heinr. Claußen und Gen., Ver-
klagte, eine Seeversicherung betr>, hat ein allgemeines Interesse her-
vorgerusen, weil durch denselben deutsche Handelsgerichte veranlaßt
worden sind, über die staatsrechtliche Stellung der sog. südamerika-
nischen Conföderation ein Urtheil abzugeben. Die Redaction hat
deßhalb geglaubt, die ihr gebotene Gelegenheit benutzen zu sollen, um
den Lesern dieses Archivs eine genauere Kenntniß von diesem Rechts-
falle zu geben und das erstinstanzliche Erkenntniß alsbald mit-
zutheilen.
Die Kläger versicherten bei den Beklagten laut Police vom

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer