Full text: Volume (Bd. 11 (1867))

12 Freie Städte. Art 365. 387.
am 5. Oct. davon benachrichtigt und für alle 45 Ballen einen Abzug
am Preise verlangt.
Verkäufer erhoben Klage auf diesen in Abzug gebrachten Rest
des Kaufpreises.
Das Gericht erkannte bezüglich der ersten 25 Ballen die dem
Agenten der Kläger gegenüber abgegebene und von diesem den
Klägern sofort gemeldete Erklärung der Beklagten als genügende
Anzeige an, indem das Gesetz nur den Zweck habe, den Verkäufer
über das Schicksal der von ihm abgesendeten Waare in Kenntniß zu
setzen und ihm, wenn der Käufer Mängel an derselben finden sollte,
darüber Gewißheit und folgeweise Gelegenheit zu geben, die entstan-
dene Differenz sofort zu erledigen, zu einer Zeit, in der in der Regel
noch res integra ist und Beweismittel zur Stelle zu schaffen sind.
Betreff der weiteren 20 Ballen erachtete das Gericht die Anzeige
vom 5. Octbr. für zeitig genug. Dadurch, daß Kläger die Waare
sofort nach Wesel versandten, ohne vorher auf eine Erklärung der
Beklagten über deren Probemäßigkeit zu bestehen, willigten sie darin,
daß diese Erklärung mindestens bis nach Ankunft der Waare in
Wesel ohne Präjudiz für die Beklagten hinansgesetzt werde, indem
selbstredend eine auf dem Transport begriffene Waare einer Unter-
suchung nicht unterzogen werden kanu. Gehe man hiervon aus und
rechne die Zeit für den Transport nach Wesel, für das Ziehen der
Proben daselbst, deren Uebersendung nach und Prüfung in Bremen,
so erscheine eine am 5. Octbr. erfolgte Anzeige nicht als verspätet.
Da derjenige Contrahent, der seinen Mitcontrahenten aus dem
Vertrage in Anspruch nehmen wolle, seinerseits beweisen müsse, daß
er seinen Verpflichtungen aus dem Vertrage nachgekommen sei, so
treffe die Kläger der Beweis der Probemäßigkeit der Waare zur Zeit
ihrer Absendung von Rotterdam.
Dieser Beweis ward demgemäß den Klägern auferlegt.
Erk. des Brem. Handelsgerichts vom 15. März 1866 in
Sachen Thormann & Co. c. Anton Unkraut & Sohn. St.
Zu Art. 365. 387.
Umfang der Pflichten des Spediteurs in Wahrung der
Rechte seines Mandanten gegen den Frachtführer.
In einem Falle, in welchem ein Spediteur in Anspruch genom-
men wurde auf Ersatz der Beschädigung des Speditionsguts, welches

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