Full text: Volume (Bd. 11 (1867))

Excurse zu einigen Theileu deS Seerechts.

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zeuge" gebrachten betrifft, nach dem Beschlüsse der Conferenz — Prot.,
S. 2731 — selbstverständlich auch dann bei, wenn Schiss und Ladung
aus der Gefahr, welche zur Erleichterung des Schiffes Anlaß gegeben,
bereits gerettet gewesen waren, und die Folge einer neuen Gefahr
eine neue große Havarie am Borde des Hauptschiffes sich ereignet
hatte; sowie was die unter 2. erwähnten „aufgeopferten Güter"
anlangt, nach der Berathung der Conferenz — Prot., S. 2734 —,
gleichviel ob sie bei demselben oder bei einem frühern Havariefalle
aufgeopfert worden sind. Sind aufgeopferte Güter später und selbst
nach der Dispache und nach der Vergütung noch gerettet, so sind
dieselben dem Eigenthümer, auf dessen Verlangen, gegen Erstattung
des Werthes und der für dieselben erhaltenen Vergütung zu über-
lassen — Prot., S.2778 —, wogegen in dieser Beziehung das prenß.
Landrecht, § 1899 nur bestimmt, daß der nach Abzug der Bergungs-
und anderer Kosten übrigbleibende Werth den Interessenten, nach
Verhältniß ihrer Beiträge, wieder zu gute komme.
Zu Art. 721. Das preuß. Landrecht hat in § 1833 flg. Be-
stimmungen über die Ermittelung des Beitrags der Ladung, die im
Ganzen nicht sehr von der unsers Gesetzbuchs abweichen. Ich ent-
halte mich hier — um nicht zu weitläufig zu werden — der Aufzählung
der verschiedenen Abweichungen und bez. Uebereinstimmungen, da der
geneigte Leser diese sehr leicht selbst findet.
Zu Art. 723 bemerkte die Conferenz — Prot., S. 4118.2737.
4125 —, daß selbst in dem Falle, wenn eine Vereinbarung dahin
getroffen worden, daß die Fracht auch im Falle des Untergangs der
Güter zu zahlen sei, oder ein Ersatz der vorausbezahlten nicht statt-
finde, die Beitragspsticht der Fracht nicht ausgeschlossen sei, da die
Fracht dem Verfrachter nicht, wohl aber dem Empfänger oder bez.
dem Ablader gerettet sei. Dagegen wurde anerkannt, wenn auch —
wie selbstverständlich — nicht ausdrücklich ausgesprochen — Prot.,
S. 4120 —, daß die zur Zeit des Havariefalles wohl erworbene
Fracht (für gelöschte Güter) nicht beitragspflichtig sei. — Daß nur
der Reinertrag der Fracht, also nach Abzug des Lohnes und Unter-
haltes des Schiffsvolkes zur Contributio« gezogen werden könne,
versteht sich von selbst und erwähnt Wilda, a. a. O., S. 194. —
Da die preuß. Gesetzgebung — Landrecht, § 1863 — die Fracht

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