Full text: Volume (Bd. 11 (1867))

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Abhandlungen.

komme, muß ich noch der verschiedenen Havarien und einiger allge-
meinen Grundsätze gedenken.
Havarie an sich ist, nach Mittermaier, a. a. O., § 222,
S. 428, aller Schaden, welcher das Schiff oder die Ladung, oder
beide zusammen trifft, und die Unkosten, welche während und bis zu
Ende der Reise, in Bezug auf Schiff und Ladung, gemacht sind. —
Man theilt dieselbe zwar verschieden ein; schließlich aber laufen diese
verschiedenen Eintheilungen doch auf dasselbe hinaus. Glück a. a. O.
hat nur zwei Classen, eine „große" und eine „gemeine" oder „ordi-
näre" Havarie. Ziemlich damit übereinstimmt das preußische Land-
recht a. a. O., § 1774 flg., welches eine „ordinäre" oder „kleine"
und eine „extraordinäre" oder „große" nennt *). Mittermaier,
a. a. O., ß 223, S. 429, stellt die unten in der Anmerkung erwähnte
Mirus'sche Eintheilung, oder eigentlich wohl Mirus die Mitter-
maier'sche, auf. Wilda, a. a. O., S. 188, spricht blos von einer
„particulären" und einer „gemeinschaftlichen" oder „großen" Havarie,
erwähnt aber dabei die von Andern angenommene Eintheilung in eine
„ordinäre," „particuläre" und „große." Hirzel endlich kennt a. a. O.
nur die „große" oder „allgemeine" und die „besondere" oder „theil-
weise" Havarie. Unser Handelsgesetzbuch hat nur zwei Havarien:
die „große" — Art. 702 — und die „besondere" — Art. 703 —.
Gehen wir nun zu diesen über.

§ 12.
1. Abschnitt.
Große (gemeinschaftliche) Havarie und besondere
Havarie.
Art. 702 stellt an die Spitze des vorliegenden Abschnittes eine
feste decidirte Definition, nach welcher die von Schiff, Fracht und
Ladung zu tragende große Havarie „alle Schäden, welche dem
Schiffe oder der Ladung oder beiden zum Zwecke der
Errettung beider aus einer gemeinsamen Gefahr von
*) Mirus, das Seerecht und die Schifffahrt nach Preuß. Gesetzen, 1. Bd.,
S. 424 stellt für Preußen: 1. eine particuläre, 2. eine gemeine Haverei auf, von
denen sich die letztere wieder a. in die große und b. die kleine Haverei theilen, be-
legt jedoch diese Eintheilung nicht durch das Landrecht.

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