Full text: Volume (Bd. 11 (1867))

Excurse zu einigen Theilen des Seerechts.

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Aus Abs. 3 läßt die Conferenz — Prot., S. 4056 u. 2590 —
nicht folgern, als solle die Verfolgung des Bodmereiobjects in der
Hand eines dritten malae üäei Besitzers für statthaft erklärt wer-
den; vielmehr ist die Frage, ob dieselbe statthaft sei oder nicht, den
Landesgesetzen überlassen geblieben.
In einem Rechtsstreite gegen einen Schiffer (Capitän), wegen
eines Schiffes halber übernommener Verbindlichkeiten, intervenirte
der Rheder ohne besondere Streitankündigung, um den Streit auf
eigene Rechnung zu führen. Diesen freiwilligen Beitritt verwarf
jedoch das Handels- und Seegericht zu Triest, weil es den Normen
der Gerichtsordnung nicht entspreche; wogegen das k. k. österreich.
Oberlandesgericht für das Küstenland denselben aufrecht erhielt,
weil, wenn der Mandatar, hier der Schiffer, belangt wird, der
Mandant freiwillig beitreten kann; — und dieses Erkenntniß wurde
aus diesem Grunde auch vom österreich. obersten Gerichtshöfe unterm
23. Mai 1865 bestätigt — Archiv, IX. Bd., S. 105.
Zu Art. 698 bemerkte die Conferenz — Prot., S. 4063 —, daß
der Schiffer auch den vor Eintritt des Zahlungstages eingetretenen
Untergang oder die Verschlechterung der ausgelieferten Güter zu
tragen hat, der Empfänger aber nur die Gefahr der vor dem Zah-
lungstage ausgelieferten Güter von dem Zahlungstage an.
Bei Art. 699 schlägt, wie bereits oben bei Art. 694, die Lehre
von dem Ristorno oder von der Verpflichtung des Versicherers, bei
Rückgängigkeit des Vertrags und daherigem Mangel einer Gefahr,
die Prämie, gegen Abzug von 1/2 Procent von dem versicherten
Capitale, als Entschädigung für die bisherigen Negociationen und
die Nothwendigkeit, Gelder liegen zu lassen, ein. Vergl. auch Art.
899 flg. — Hierzu bemerkt Wilda, a. a. O., Anmerk. 62, S. 254,
daß die italienischen Schriftsteller, im Widerspruch mit den deutschen
und französischen, das Ristorno auf den Fall beschränkten, wenn höhere
Gewalt die Antretung der Reise verhindert *). —

*) Wer mehr und Gründliches über Bodmerei lesen will, dem ist das in
seiner wissenschaftlichen Zurückgezogenheit in England geschriebene große Werk
W. Benecke's, System des Asseccuranz- und Bodmereiwesens, 4 Bände, Ham-
burg, in welchem namentlich im 9. Abschn. des 1. Cap., S. 86 flg, der 2. Ausz.
von 1820 von den „Haverei- und Bodmereigeldern" gehandelt wird, zu empfeh-
len. Welches Aufsehen das Buch zu seiner Zeit machte, geht daraus hervor, daß

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