Full text: Volume (Bd. 11 (1867))

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Abhandlungen.

setzungen der Bodmerei vorhanden gewesen seien, wogegen jedoch ein
directer oder indirekter Gegenbeweis stattfindet — Prot., S. 4047. —
Zu Art. 688. Da nach Art. 680 der Bodmereigläubiger sich
„nur an die verbodmeten Gegenstände nach Ankunft des Schiffes"
an seinem Bestimmungsorte halten kann, und er mit seinem Gelde
die Seegefahr deckt; so ist es e contrario auch folgerichtig, daß im
Falle eines totalen Unterganges sein Rückforderungsrecht erlöscht,
„während er bei einem partiellen Verlust sich an dem verbodmeten
Gegenstände nur so weit halten kann, als derselbe noch vorhanden ist"
— Wilda, a. a. O., S.255 —. Ist aber ein idealer Theil verbodmet,
so trifft ihn der Verlust pro rata.
Unser Handelsgesetzbuch hat sich zwar im 12. Titel, und nament-
lich in Art. 909 über Verjährung der Bodmereigelder ausgesprochen.
So weit aber die dortigen Bestimmungen nicht ausreichen, bewendet
es bei den allgemeinen und bez. particulariftischen Verjährungs-
bestimmungen. — Das preußische Landrecht nahm a. a. O., § 2443
und 2444 für das dingliche Recht eine einjährige, für das persönliche
Recht aber die gewöhnlichen Verjährungen; — erstere, weil mit dem
Ablauf der Zeit die übernommene Gefahr ixso jure aufhört, der
Bodmereigeber folglich auch die ihm blos als Widerlage gegen diese
Gefahr zugestandenen Vorrechte nicht länger ausüben kann, und weil
außerdem der Wucher nur zu leicht begünstiget werden dürfte. —
Gleiche Bestimmung hat das Wisbhsche Seerecht, das dänische da-
gegen eine monatliche und das französische — Code de Commerce,
Art. 432 — eine fünfjährige Verjährung.
Zu Art. 689, Abs. 1 erklärte die Conferenz — Prot., S.4048 —,
daß damit keineswegs ausgesprochen worden, daß die Schuld nicht
auch früher ausgezahlt werden könne. Es sollte vielmehr nur bestimmt
werden, daß die Zahlung zur Zahlungszeit deshalb nicht verweigert
werden dürfe, weil nur ein Exemplar des Bodmereibriefes, und nicht
alle Exemplare vorhanden seien.
Die in Art. 696 enthaltene Bestimmung ordnet nicht mehr und
nicht weniger als die Deposition „zu Jedermanns Recht" an. Die
mehreren Bodmereigläubiger haben hiernächst ihr Recht unter sich
auszuführen. Wild a, a. a. O., S. 257 führt hierzu folgende Priori-
tätsgrundsätze an: Die im Nothhafen geschlossene Bodmerei geht
jeder andern vor, und die jüngere Bodmerei geht stets der ältern vor,

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