Full text: Volume (Bd. 11 (1867))

Excurse zu einigen Theilen des Seerechts.

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bestimmte man die Prämie zu 1 bis 2 Procent von dem versicherten
Werthe, steigerte dieselbe aber bei größerer Gefahr bisweilen bis
zu 30 Procent. Das preuß. Landrecht, a. a. O., § 2360 flg. ge-
stattet ein „den erlaubten Zinssatz übersteigendes Aufgeld," dessen
Bestimmung lediglich von der Vereinigung beider Theile abhängen
soll, bestimmte dabei aber auch, § 2362 u. 2363, daß für ein bloßes
Darlehn auf Schiff und Ladung ohne Seegefahr, da dieß kein Bod-
mereigeschäft sei, nur die am Orte des Contracts üblichen kaufmänni-
schen Zinsen gegeben werden dürften. —
Die Uebernahme der Seegefahr besteht, nach Wilda, a. a. O-,
S. 250, darin, daß der Darleiher alle Zufälle des Meeres, wie
Stürme, Feuer, Kriegsunfälle, Seeraub u. dergl., die sich an den
verbodmeten Gegenständen ereignen, trägt.
Zu Art. 683. Die Form des Vertrages war nur selten, wie
z. B. in Preußen, nach den dort bestehenden Schriftlichkeitsprincipe,
vorgeschrieben — Landrecht, a. a. O., § 2390 u. 2392; — doch
genügte auch hier, wenn der Vertrag durch einen Mäkler geschlossen
worden, schon dessen Document — § 2391. —
Zu Art. 604, Nr. 1. Das H.-G.-B. enthält keine Beschrän-
kung in Ansehung der Qualität des Bodmereigläubigers. Das
preuß. Landrecht bestimmt aber a. a. O., § 2364, daß diejenigen
Personen, denen nach § 2039 flg. untersagt ist, Versicherungen zu
ertheilen, auch kein Geld und Geldeswerth auf Bodmerei geben
dürfen. Dahin gehören: Mäkler, Schiffsklarirer (welche die Schiffs-
verzollung über sich haben), Abrechner, öffentlich bestellte Dispacheurs
(öffentliche Schiedsrichter bei Auseinandersetzungen in Asseccuranz-
Angelegenheiten), Schadentaxatoren, richterliche Personen in Asseccu-
ranzstreitigkeiten, Vorsteher und Bedienteste der Bank, Vorsteher und
Bedienteste der Assecuranzcompagnie, Officianten bei landesherrlichen
und anderen öffentlichen Cassen, sowie Zoll- und Accisbediente. —
In Ansehung übrigens der „Namens des Bodmereigläubigers"
vergl. weiter unten Art. 685.
Zu Nr. 2. Der Betrag der aufzunehmenden Schuld ist eigent-
lich nicht gesetzlich begränzt. Nach Wilda, a. a. O., S. 248 sollen
einige ältere Gesetze verordnen, daß der Schiffer nicht über '/g oder
des Werths aufnehmen könne; als allgemeine Regel stellt derselbe
aber unter Bezugnahme aus Hamburger, dänische, schwedische,
Archiv für deutsches Handelsrecht. Bd. XI. 9

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