Full text: Volume (Bd. 14 (1868))

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Abhandlungen.

daß die unter 1 erwähnten „üblichen Eigenthumsurkunden" diejenigen
seien, welche durch Gesetz und Gebrauch vorgeschrieben sind, um den
Eigenthümer des Schiffes erkennen zu können, z. B. Auszüge aus dem
Schiffsregister, Beilbriefe u. dergl.; — sowie — Prot., S. 3564 —,
daß die Beibringung der „Facturen und Connossemente"die Regel sei,
nach den Umständen des Falles jedoch zu entscheiden sein werde, inwie-
fern das Eine oder das Andere genüge. —
Zu den „Eigenthumsnrkunden" werden auch die Kaufbriefe,
Rhederbrief, Seepaß gerechnet. Sind dieselben bei einem Unfall
selbst mit verloren, so versteht es sich, daß auch andere Beweismittel
zulässig sind. — Ob der Eid als Beweismittel stattfinde, sagt unser
Gesetz nicht; aber es unterliegt wohl keinem Zweifel, daß man sich
des Antrags oder auch des Erbietens zum Eide — als subsidiarischen
Beweismittels, was er, nach der richtigern Meinung, doch nicht ist —
bedienen könne. Auch hat man sich dessen von jeher in Assecuranz-
geschäften bedient, anfangs freilich nur bei Eingehung der Versicherung,
dahin gehend, daß dieselbe eine wahre und er, der Versichernde, ver-
wirkliche Eigenthümer des Gegenstandes sei — Pöhls, a. a. O.,
S. 733. — Zur Ermittelung des Schadens ließ ihn schon die
Rotterdamer Affec.-Ord., Art. 37, und die Amsterdamer, Art. 21, zu.
Pöhls warnt S. 734 nur vor dem zu leichtsinnigen Zulaffen zum
Eide, und bemerkt, daß derselbe allein keinen Beweis erbringen, wohl
aber als Erfüllungseid nützlich werden könne.
Das „Connoffement" — vergl. Art. 644 u. 645 — ist zwar
ursprünglich nur ein schriftlicher Vertrag zwischen Schiffer und Ab-
lader; indeß nahm man, wie Pöhls, a. a. O., S. 717 nachweist,
doch an, daß schon dessen Ausstellung und Existenz für das fragliche
Rechtsverhältniß spreche, und daher durch sich selbst die geschehene Ver-
ladung der darin genannten Waare beweise. Früher verlangte man dazu
noch das vom Schiffsschreiber gefertigte Ladungsverzeichniß oder auch
die eidliche Erhärtung des Interesses, später, was auch nun unser Gesetz-
buch bestätiget, Factura und Connoffement. Beides lieferte vollen Be-
weis. Doch wird dem Versicherer, welcher einen dolus behauptet, der
Gegenbeweis nicht abgeschnitten werden können. Ebenso bei dem Beweise
des Unfalls durch die „Verklarung" — nach Art. 491 —, der dem
dießfalls gehaltenen Journale entnommene Bericht über die erheblichen
Begebenheiten der Reise, namentlich die vollständige und deutliche

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