Full text: Volume (Bd. 14 (1868))

32

Abhandlungen

fuhrverbote, Gebrauch der Schiffe oder Maaren zum Dienste des
Staates, feindliche Anhaltung und Nehmung. Doch muß der erst-
gedachte Arrest, rücksichtlich des Versicherten, ein Zufall und nicht
durch dessen Schuld, wie z. B. durch Zolldesraudation veranlaßt
worden sein, da für einen solchen der Versicherer nicht auskommt.
Die Kosten eines unverschuldeten Arrestes von höherer Hand treffen
den Letzter». — Verschieden von einem solchen — ich möchte sagen
höherem — Arreste ist der unter Nr. 3 erwähnte, in casum securi-
tatis oder executionis von einem Dritten gesuchte Arrest, welcher
jedoch, wenn von dem Betroffenen nicht verschuldet, nach einer Be-
merkung der Conferenz — Prot., S. 3218 — als eine Verfügung
von hoher Hand, oder eine Anhaltung aus politischen Gründen er-
scheint. — Pöhls, a. a. O., S. 272. — Dahin werden, wie
eben erwähnt, auch Handelsverbote gerechnet, welche, wenn sie vor
dem Beginne des Risico bekannt gemacht werden, die Assecuranz
ausheben, außerdem aber den Versicherer nicht entlasten. — Zu dem
bei Nr. 1 des Artikels mit ausgeführten „Feuer" trage ich hier noch
nach, daß, Falls feucht verladene Waare durch sich selbst in Brand
geräth, wie dieß bei Wolle, Lumpen, Hopfen rc. Vorkommen kann,
der Versicherer für diesen Schaden nicht, wohl aber für den dadurch
an andern Gütern und am Schiffe verursachten aufkommt — Pöhls,
a. a. O., S. 273 verb. mit § 318 stg. — Zu Nr. 4. Diebstahl
des Schiffsvolks kommt, nach demselben, S. 271, nicht zur Last des
Assecuradeurs, wohl aber der nicht abzuwenden gewesene gewaltsame
Diebstahl durch Dritte, wogegen aber unter Umständen selbst der
einfache Diebstahl den Versicherer treffen kann, z. B. wenn ein Schiff
auf eine uncultivirte Insel verschlagen wird, und die an das Land
gebrachten Güter gestohlen und geraubt werden; oder wenn bei einem
Schiffbruche der Berger oder Andere stehlen. Bloße Vermuthung
eines Diebstahls aber begründet nach der Ansicht der Conferenz —
Prot., S. 4330 — noch nicht den Antrag auf Schadenersatz des Ver-
sicherers. Seeraub ist jede gewaltsame Beraubung der Schiffe auf
dem Meere.durch nicht völkerrechtlich zur Aufbringung Berufene.
Wenn ein Versicherer die Kriegsgefahr von dem Risico ausnimmt, so
bleibt er, da der Seeraub zu dieser nicht gehört, für solchen Seeraub
doch verhaftet. — Sonst bildete die Türkengefahr, die Belästigung
und Kapereien durch die Barbaresken (die Einwohner der sog. Ber-

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer