Full text: Volume (Bd. 14 (1868))

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Bezirk des O.-A.-GerichtS zu Lübeck. Art. 740 flg.

In Sachen der Direction der vereinigten Bugsir-Dampfschiff-
Gesellschaft, Klägerin, c. Gläfcke & Hennings als Caventen für das
englische Dampfschiff British Queen, Capt. Spence, Beklagte.
Zu Art. 74V. (445. 451. 528. 736.) d. H.-G.-B.ö.
Der freiwillig vom Schiffer zur Führung des Schiffes
engagirte Lootse gehört zur Schiffsbesatzung. — Der
Rheder muß fürdieFolgen seinerVerschuldung nament-
lich in Collisionssällen aufkommen.
Erkenntniß des O.-A.-Gerichts vom 25. April 1868,
daß zwar die Förmlichkeiten der Appellation für gewahrt zu
achten, in der Sache selbst aber das Erkenntniß des Ober-
gerichts der freien Hansestadt Hamburg vom 25. Novbr. 1867,
wie hiermit geschieht, unter Verurtheilung des Beklagten in die
Kosten dieser Instanz zu bestätigen sei und wird nunmehr die
Sache zur weiteren Verhandlung an das Handelsgericht zurück-
verwiesen.

Entscheidungsgründe.
Das Handelsgericht hat die angestellte Schadensklage aus
dem Grunde abgewiesen, weil die Führung des beklagtischen Schiffes
beim Einsegeln in die Elbe einem obrigkeitlich angestellten Kreuzer-
Lootsen übertragen worden sei, nach der wenn auch nicht bestimmt
ausgesprochenen Ansicht des deutschen H.-G.-B.s aber der Rheder
eines Schiffes für das Verschulden eines solchen Lootsen, auch wenn
er kein Zwangslootse im Sinne des Art. 740 sei, nicht auszukommen
habe und ein besonderes Verschulden der Besatzung des Schiffes vom
Kläger nicht behauptet worden sei. Das Obergericht dagegen
hat, indem es die seiner Ansicht nach vom Handelsgesetzbuche un-
entschieden gelassene Frage von der Verhaftung des Rheders für das
Verschulden eines freiwillig gewählten Lootsen bejaht hat, die
Entscheidung der Sache davon abhängig gemacht, ob im vorliegenden
Falle die Ansegelung von einer damals an der Fahrt des beklagtischen
Schiffes betheiligt gewesenen Person verschuldet worden, und, wenn
von dem Lootsen, ob dieser ein Zwangslootse im Sinne des Art. 740
gewesen sei; zur Entscheidung dieser beiden Fragen aber die Sache
an das Handelsgericht zurückgewiesen. — Wenn nun der Beklagte in

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