Full text: Volume (Bd. 14 (1868))

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Bezirk des O.-A.-Gerichts zu Lübeck. Art. 740 flg.
res, sub poena execut. zu bezahlen, in Entstehung der Cau-
tionsbestellung aber von der der Klägerin adjndicirten Summe,
unter Bezahlung des Uebrigen, Ct.F 100 in gleicher Frist und
unter gleichem Präjudize ad depositum judiciale zu bringen,
und puncto der dann noch in lite verbleibenden Ct.F 140,
daß Klägerin schuldig sei, in nächster Audienz nach Rechtskraft
dieses Erkenntnisses, den beklagten Gegenbeweis vorbehältlich,
bei Verlust der Beweisführung den Beweis zu erbringen:
daß bei der Bergung des Magnet und bei dem Bringen
desselben in das Dock für Ct.^ 140 Kohlen aufgewendet
sind und aufgewendet werden mußten,
worauf sodann weiter was Rechtes erkannt werden soll.
Endscheidungsgründe:
Das englische Dampfboot British Queen hat am 7. Novbr.
1867 51/2 Uhr Nachmittags an die Dampfbootsbrücke in St. Pauli
anlegen wollen, um daselbst nach England zu transportirendes Vieh
einzunehmen. Es lag an der Brücke schon ein Harburger Dampfer
und um trotz dessen, und ohne demselben zu nahe zu kommen, noch an-
legen zu können, machte die British Queen eine Wendung, bei der sie
mit ihrem Hintertheile dem kleinen Bugsir-Dampfboot Magnet so
nahe kam, daß ihre Schraube unter Wasser ein Loch in den Boden
dieses Schiffes schlug. In Folge dessen ward der Magnet leck und
mußte auf den Grund gesetzt werden. Der Magnet lag, als sich
dieß zutrug, in Ruhe angetaut an und zwischen den beiden Due d'Alben,
welche nach einem größern Duc d'Alben von der Dampfschiffbrücke ab
dem Hafen zu aufgestellt sind.
Die Rhederei des Magnet nimmt nun die Beklagten, welche ge-
ständlich sich außergerichtlich verpflichtet haben, für die British Queen
einzutreten, für den ihr durch die Verletzung ihres Schiffes erwach-
senen Schaden in Anspruch.
In ihrer Vertheidigung berufen sich die Beklagten zunächst da-
rauf, daß die BritisU Queen zur Zeit des Vorfalles einen Lootsen
Bähr am Bord gehabt habe und daß also die Rhederei derselben nach
der Vorschrift des Art. 740 des H.-G.-B. von der Verantwortung
für den Schaden frei sei. Der Art. 740 befreit aber seinem Wort-
laute nach die Rhederei nur dann von der Verantwortung, wenn sich

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