Full text: Volume (Bd. 14 (1868))

Bezirk des O -A.-Gerichts zu Lübeck. Art. 736.

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Herstellung der Verbindung des Schiffes Nöthige beschränkt hatte,
was durch den Minderbetrag der Reparatur im Verhältniß zur Taxe
genügend bestätigt wird;
da, wenn solchemnach klar vorliegt, daß das Dampfboot „Linne"
durch die Reparatur keine Verbesserung erhalten hat, dasselbe viel-
mehr prima schwedisches Eisen durch geringeres englisches ersetzen
mußte, es denn doch mit dem Princip der Wiederherstellung des ohne
eigenes Verschulden beschädigten Schiffes in den vorigen Stand und
zugleich mit dem materiellen Rechte für unvereinbar erachtet werden
muß, wenn von den Reparaturkosten noch überdieß ein Abzug von 1fs
neu für alt gemacht werden sollte, vielmehr dem Kläger der Nachweis,
daß der „Linne" durch die vorgenommenen Reparaturen nicht, oder doch
um ein Geringeres als das in Abzug gebrachte Drittel, verbessert
worden, unter Mitbenutzung des dafür bereits Beigebrachten, nach-
gelassen werden muß;
da hingegen der ferneren klägerischen Beschwerde darüber, daß
die Forderung für durch den hierortigen Aufenthalt entgangenen
Gewinn aberkannt worden, keine Folge gegeben werden kann, indem
das Handelsgericht die Berechnung eines derartigen indirekten Scha-
dens in Uebereinstimmnng mit dem bisherigen Recht und demgemäß
ergangener gerichtlichen Entscheidungen mit Grund zurückgewiesen hat;
s. auch Erkenntniß Strantzen eoutra Baumont vom 11. Juni
1855 bei Ullrich, II, S. 88, wo der Schaden wegen ent-
gangener Schutenmiethe nicht in Betracht gezogen ist;
da, die beklagtische Appellation anlangend, die sämmtlichen be-
klagtischen Beschwerden mit alleiniger Ausnahme der Beschwerde über
die Beurtheilung der in dem Erkenntnisse a quo unter 11 aufge-
führten Pöste für berechnete diverse Commissionen der Correspondenten
als unbegründet zu verwerfen sind;
da, wenn das Handelsgericht an Stelle dieser diversen berech-
neten Commissionen für Vorschuß, Cautionsleistung und Mühewal-
tung bei Löschung und Wiederverladung der Ladung einen Procentsatz
von dem Werthe von Schiff und Ladung gesetzt und solchen bis zur
Hohe von 2o/g normirt hat, eine solche Procentage von dem Werthe
von Schiff und Ladung, welche bei größeren Werthen, selbst bei
wesentlich verringertem Procentsatze zu ganz exorbitanten Resultaten
führen könnte, für Fälle der vorliegenden Art überall nicht gerecht-

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