Full text: Volume (Bd. 14 (1868))

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Bezirk des O.-A.-Gerichts zu Lübeck. Art. 736.

die Wiedereinahme der Ladung und annähernd und nach Abschätzung,
die Kosten der Reise bis dahin, wieweit dieselbe schon vollbracht war,
betreffen.
Der Schadensersatz besteht eben in der Wiederherstellung in den
vorigen Stand; — in diesem vorigen Stand aber war das Schiff
nicht nur ladefertig, sondern beladen, und nicht im Abgangshafen,
sondern so und so weit auf seiner Reise vorgeschritten.
Dahin geht auch die Entscheidung des Ober-Appellationsgerichts
in der citirten Sache Sloman c. Klünder & Renmeister.
Dieses bisherige Hamburgische Recht könnte nun freilich durch
das Handelsgesetzbuch, wenngleich dasselbe keine ausdrückliche Bestim-
mung in der fraglichen Beziehung enthält, implicite aufgehoben oder
geändert sein;-es muß aber vielmehr in den betreffenden An-
ordnungen und Ausdrücken dieses Gesetzes theils die bewußte Absicht
desselben gefunden werden, es bei den bestehenden Normen zu belassen,
theils die Sanctionirung gerade dieser'Auffassung von dem, was als
der Schade zu betrachten ist, als darin enthalten gelten.
Das Handelsgesetzbuch hat sich in seiner Gesetzgebung über An-
segelungen überhaupt wesentlich darauf beschränkt, an die Stelle der
bisher weit verbreiteten Repartitionsregulirung solcher Schäden die-
jenigen anderen Normen zu setzen, welche nach den Auffassungen der
Majorität der Commissionen, welche darüber berathen haben, die
einfachen, dem allgemeinen Recht mehr entsprechenden sind. Inso-
weit dieß der Fall ist, und also nach der Auffassung der Verfasser
das Gesetzbuches, hat dasselbe in diesem Zweige wesentlich nur ab-
geschafft, es hat Normen, welche unzweifelhaft positiv sanctionirt
waren, entfernt, und das nach diesen Ansichten nach Wegräumung
dieser Künstlichkeiten nach der Natur der Sache geltende Recht uus-
drücklich sanctionirt.
S. auch I eb ens in B usch, Archiv, Bd. VI, S. 404 flg.
Die Protocolle weisen nach, wie mehrfach dieser Punkt zur Er-
örterung gelangt ist, aber auch, wie die Verhandlung sich auf densel-
ben beschränkt hat.
Die Frage namentlich, was als solcher Schade in den ver-
schieden Fällen numehr entweder ersetzt oder allein getragen werden
müsse, ist unerörtert geblieben.

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