Full text: Archiv für Theorie und Praxis des allgemeinen deutschen Handelsrechts (Bd. 14 (1868))

Bezirk des O.-A.-Gerichts zu Lübeck. Art. 657. 255
sicherung den Klägern versichert, es dahingestellt bleiben kann, ob hier-
aus eine Verhaftung des Beklagten für das in Rede stehende Unter-
gewicht sich herleiten ließe, es vielmehr genügt, darauf hinzuweisen,
daß in der Anlage 2 weder von einer Garantie für eine Beschädigung,
noch von der Police, noch von der Franchise die Rede ist, und es auch
ganz unglaublich ist, daß die Parteien dem Ausdruck: „glückliche An-
kunft" eine solche Bedeutung beigelegi hätten, daß Beklagter auch für
Seeschäden, wenn auch nur für solche, wegen derer die Versicherer
nicht in Anspruch genommen werden könnten, haften sollte;
da Kläger ebensowenig damit zu hören sind, wenn dieselben zu
den Worten: „bei glücklicher Ankunft" die Worte: „des Schiffs"
suppliren wollen, so daß die Garantie für den Fall, daß zwar das
Schiff, nicht aber die Ladung glücklich ankommen sollte, geleistet wäre,
indem bei dieser Interpretation nicht nur angenommen werden müßte,
daß eine ganz wesentliche Bestimmung in der Anlage 2 ausgelassen
wäre, sondern Beklagter auch für Fälle, in denen ohne Zweifel die
Kläger durch die Police gedeckt waren, die Garantie übernommen
haben würde, Kläger auch für diese ihre Interpretation sich keines-
wegs darauf berufen können, daß der beklagtische Anwalt in den Ex-
ceptionen von der glücklichem Ankunft des Schiffs, als derjenigen
Bedingung, unter welcher die Garantie geleistet worden, gesprochen
habe, es vielmehr in Berücksichtigung des sonstigen Inhalts der Ex-
ceptionen nicht dem geringsten Zweifel unterliegen kann, daß der be-
klagtische Anwalt unter dem Ausdruck: „glückliche Ankunst des Schif-
fes" nur eine solche Ankunft des Schiffs verstanden hat, bei welcher
auch die Ladung glücklich anlangen würde;
da hiernach über den Sinn, in welchem die Anlage 2 von den
Parteien verstanden worden, eine Behauptung der Kläger, welche den-
selben zum Beweise verstellt werden könnte, nicht vorliegt, in Folge
hiervon aber die Klage jedenfalls angebrachtermaßen abzuweisen ist,
so daß es also auch auf die Einrede des Beklagten, daß die Parteien
nach Anstellung der Klage sich außergerichtlich verglichen hätten, nicht
weiter ankommt;
da überdieß durch die in der letzten Verhandlung von den Be-
klagten gemachten Angaben das Argument beseitigt werden würde,
welches Kläger aus der Unwahrscheinlichkeit, daß sie mit einer so be-
schränkten Garantie des Beklagten sich begnügt hätten, entlehnen, in-

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