Full text: Volume (Bd. 14 (1868))

224 Bezirk des O.-A.-Gerichts zu Lübeck. Art. 380.
Cedirung ihrer Rechte gegen Helms angeboten hätten; ob er solvent
sei, wüßten sie nicht. Die Frage, ob Requisition der Untersuchungs-
Acten erforderlich sei, werde zum gerichtlichen Ermessen verstellt.
Daß die Anlage A. dahin zu verstehen, daß die Kläger die Beklagten
nicht persönlich verantwortlich gehalten, gehe namentlich auch daraus
hervor, daß die Kläger so lange mit Anstellung der Klage gewartet
hätten. Indem er seinem exceptivischen Vortrage inhärire, bitte er
per generalia dem nicht speciell Widersprochenen contradicirend die
Klage refusis expensis abzuweisen.
Das Handelsgericht erkennt am 8. Januar 1868:
Da die Beklagten laut Anlage 1 beauftragt wurden — und
zwar in Veranlassung der klägerischen Cedenten —, die in den den
Originalconnossementen entsprechenden Anlagen 2 und 3 verzeichneten
100 Ballen Baumwolle der Marke 0 promptest unter Nachnahme
ihrer Spesen an die klägerischen Cedenten weiter zu befördern, also
als Spediteure zu betrachten sind;
da der die Versendung von Maaren gewerbmäßig übernehmende
Spediteur für den von ihm zur Empfangnahme der Waare von Seiten
des Seeschiffes bestellten Ewerführer, nicht wie dieser für seine Leute
unbedingt haftet, sondern nur insoweit als ihm bei der Auswahl des
Ewerführers ein Versehen und zwar auch nur eine enlpa levis zur
£aft fällt,
vgl. Kletke, Präjudizien, Nr. 243. 244;
Seuffert, Bd. 5, Nr. 306; Bd. 7, Nr. 224;
vgl. Art. 380 des H.-G.-B.s, Protocolle 751 flg. (na-
mentlich 755);
weil die Substitution eines Ewerführers für die Löschung durch den
Spediteur nicht blos etwas an sich Erlaubtes ist, sondern auch dem
allgemeinen kaufmännischen Gebrauche an hiesigem Platze entspricht,
wie denn auch dafür, daß hierorts das Ewerführungsgeschäft ein
selbstständiges Gewerbe ist, verwiesen werden kann auf
die Verordnung für Schiffer und Schiffsvolk,
und nicht etwa geltend gemacht werden könnte, daß der Ewerführer
Helms, dem die Beklagten die Connossemente zur Löschung anver-
traueten, ausschließlich in ihren Diensten stehe und nicht auch für
andere hiesige Kaufleute Ewerführergeschäfte besorge,
da wenn es ein grobes Verschulden des Ewerführers oder der

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