Full text: Archiv für Theorie und Praxis des allgemeinen deutschen Handelsrechts (Bd. 14 (1868))

Bezirk des O.-A.-Gerichts zu Lübeck. Art. 380. 228
zuwarten. Daß der Spediteur für grobe culpa aufkomme, sei auch
in den Erkenntnissen in Sachen Dr. Engel c. S. Heinemann & Co.
1855 ausgesprochen. , Die Beklagten hätten Helms sofort verklagen
müssen und Ersatz von ihm fordern, sie hätten das aber unterlassen,
weil sie Helms nicht für solvent gehalten hätten; jedenfalls hätten
sie durch das Nicht-Vorgehen gegen Helms anerkannt, daß sie in
der Auswahl nicht vorsichtig gewesen seien. Das Recht der Kläger
wäre völlig unlädirt, wenn die Beklagten das Connossement mit der
Quittung über 92 Ballen zurückgeschickt hätten. Die Anlage A.
sage weiter nichts, als daß die Beklagten, wenn sie die 8 Ballen
nicht bekommen könnten, den Betrag reclamiren sollten, es stehe aber
nicht in der Anlage A., daß die Beklagten die Sache für die Kläger
wahrnehmen sollten. Die Beklagten hätten sich nur in ihrem eigenen
Interesse Mühe mit der Sache gegeben, weil sie sich selbst für ver-
antwortlich gehalten hätten. Der allgemeine Widerspruch gegen den
Faeturawerth verdiene keine Beachtung, eventuell sei ein Justisications-
verfahren einzuleiten. Er producire zur Erläuterung der Sache die
Correspondenz in Anlage 8 und bitte dem Klagantrage gemäß zu er-
kennen.
Die Beklagten dupliciren: Sie könnten sich auf die jedenfalls
unvollständige Correspondenz, die ihnen vollständig unbekannt sei
und von welcher sie keine Abschrift erhalten hätten, nicht einlassen.
Es sei nichts vorgebracht, was die Kraft der Einreden erschüttere;
die Kläger hätten anfänglich selbst nicht daran gedacht, die Beklagten
in Anspruch nehmen zu wollen. Die Beklagten würden allerdings
für die Rücklieferung des Connossements auskommen müssen, wenn
nicht eine fremde culpa dazwischen läge. Hiefür kämen die Beklagten
aber ebensowenig auf, als wenn der Ewerführer beim Transport der
Waaren sich schuldvoll betragen hätte und die Waare nicht versichert
gewesen sei. Der Spediteur hafte immer nur für culpa in eligendo.
Nun sei den Beklagten aber nicht der Vorwurf gemacht, daß sie einen
ungeschickten Ewerführer gewählt hätten, sondern nur, daß derselbe
kein reicher Mann sei. Wenn dieß nun auch nicht zugegeben werde,
so sei es doch auch ganz gleichgültig, denn welcher Ewerführer sei für
alle ihm anvertraueten Güter solvent? Die Beklagten hätten Helms
deshalb nicht in Anspruch genommen, weil sie die Ueberzeugung hätten,
daß denselben keine Schuld treffe. Es genüge, daß die Beklagten

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