Full text: Volume (Bd. 14 (1868))

222 Bezirk des O.-A.-Gerichts zu Lübeck. Art. 380.
deren Schiffsmakler Janssen & Wendt in den Besitz desselben ge-
kommen seien, wüßten die Beklagten nicht, sie hätten dasselbe nicht
quittirt an Perlbach & Co. ansgeliefert. Für die Beurtheilnng dieser
Sache sei jedenfalls die Einsicht der Untersuchungs-Acten erforderlich
und werde die Requisition derselben beantragt. Es sei unrichtig, daß
der Anspruch der Kläger an die Rhederei verloren gegangen. Die
Beklagten hätten sich mit der Sache außerordentliche Mühe gegeben
und sei mehr nicht von ihnen zu verlangen, eine eigene Haftbarkeit
derselben sei nicht zu begründen re. Die vorliegende Klage sei jeden-
falls refusis expensis abzuweisen; die Kläger hätten, wie aus An-
lage A. hervorgehe, es früher selbst so angesehen, daß sie die Be-
klagten nicht verantwortlich machen könnten. Höchstens könnten die
Kläger Cession der Rechte der Beklagten gegen Perlbach & Co. und
gegen den Ewerführer verlangen, darauf sei aber nicht geklagt.
Mand. nom. Kläger replicirt: Die Beklagten hätten die kläge-
rische Sachlegitimation wiederholt anerkannt, er bestreite, daß nach
russischem Recht eine Cession nur soweit gültig sei, als Valuta ge-
geben, jedenfalls sei das von den Beklagten zu beweisen. Er prote-
stire dagegen, daß die Untersuchungs-Acten in diese Sache herein-
gezogen würden, es sei das ein Versuch, den klägerischew Anspruch
aufzuhalten, wie Beklagte bisher die Kläger immer hinznhalten ge-
sucht hätten. — Die Beklagten hätten den Auftrag gehabt, die 100
Ballen — die Anlagen 2 und 3 seien zusammen über 100 Ballen
gezeichnet — zu löschen und den Klägern zuzuschicken, sie seien dem-
nach verpflichtet gewesen, wenn sie die Ballen nicht hätten sämmtlich
liefern können, das Connossement mit der Quittung über die empfan-
genen Ballen zurückzuliefern. Hätten die Beklagten das Connosse-
ment aus Händen gegeben oder durch unvorsichtige Leute aus Händen
geben lassen, so seien sie dafür verantwortlich. Es werde in keiner
Weise zugegeben, daß die Beklagten in ihrer Wahl vorsichtig gewesen
seien, sie hätten einen zuverlässigen und zahlungsfähigen Ewerführer
nehmen müssen, Helms sei aber keineswegs für so werthvolle Güter
solvent. Die Beklagten müßten sowohl für eigne grobe enlpa als
für solche ihrer Substituten aufkommen und sei es dabei ganz gleich-
gültig, ob die Quittung aus dem Connossemente echt sei. Das Ende
des Rechtsstreites zwischen den Beklagten und Perlbach & Co. und
das Ende des Criminalprocesses seien für diese Sache nicht erst ab-

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