Full text: Volume (Bd. 14 (1868))

Bezirk des O.-A.-Gerichts zu Lübeck. Art. 315.

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folgenden Verkäufers zu dem Connossementsinhaber redet, angeführt
werden kann, haben die Beklagten in vollständig zutreffender Weise
ausgeführt.
in (10) O.-A.-G.-Acten, S. 42 flg.
Nach diesem Allen muß die erste Beschwerde des Ober-Appel-
lanten für unbegründet erachtet werden.
Was endlich
IV. die zweite Beschwerde desselben anlangt, mittelst deren
er rügt, daß ihm keine Zinsen der deponirten Summe zuerkannt
worden, so genügt zu deren Zurückweisung, wie die Oberappellanten
richtig bemerken, schon, daß m. n. Kläger das erstinstanzliche Erkennt-
niß, welches ebenwohl Zinsen nicht zuerkannte, in dieser Hinsicht nicht
angefochten, mithin nicht in der Lage ist, jetzt deshalb das Urtheil
zweiter Instanz anzugreisen.
Aus diesen Gründen ist das Erkenntniß des Appellations-Gerichts
lediglich zu bestätigen und Oberappellant schuldig, die Kosten dieser
Instanz allein zu tragen, bezw. zu erstatten.
Ordinarius, Decanus senior und andere Doctores
der Juristenfacultät in der Universität Jena.
Zu Art. 315 (310. 311. 313. 314).
D ie in Art. 315 gegebene Befugniß hat nicht — wie das
in Art. 310 u. 311 normirte Verkaufsrecht — den Cha-
rakter einer dem Gläubiger gestatteten, jedoch unter ge-
richtlicher Controle zu übenden Selbsthülfe, sondern
kann nur im regelmäßigen Wege Rechtens realisirt
werden.
Kläger tragen vor: Sie hätten im April d. I. durch den hiesigen
Agenten des Beklagten (N. W. Jahncke) bei dem letzteren eine Sen-
dung von 499 Sack afrikanischen Mokka-Kaffee laut Probe bestellt.
Beklagter habe den Auftrag angenommen und zur Ausgleichung des
Facturabetrages Bco. 21,184 6 Sch. auf die Kläger trassirt,
welche Tratte von ihnen aceeptirt worden, indem er zugleich die ge-
nauere Factura (Anlage 3) über 500 Säcke beigelegt und behauptet
habe, daß die Waare noch feiner ausfalle als die Probe. Diese Be-
hauptung habe sich jedoch als durchaus falsch erwiesen, die Sendung
sei vielmehr so sehr viel schlechter als die Probe ausgefallen, daß

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