Full text: Volume (Bd. 14 (1868))

Bezirk des O.-A.-Gerichts zu Lübeck. Art. 314 315. 382, A. 1. 2. 183
und Entscheidung über ein lediglich zwischen dem Verkäufer und
Käufer bestehendes Verhältniß kaum zuzumuthen ist, genöthigt sei, die
Vertretung der Waare zu übernehmen. Vielmehr sollte man an sich
davon ausgehen, daß es deren Sache sei, den Streit, ob ein Ver-
folgungsrecht begründet erscheine, unter sich auszumachen, während
es sich für den Spediteur oder Transportanten nur darum handelt,
wessen Ordre er nach seinem Vertragsverhältniß zu folgen hat.
Allein da vorliegend Beklagte diese Vertretung, und zwar unter
Assistenz der als Litisdenunciatin herangezogenen Rosmannschen
Fallitmasse übernommen haben und auch dermalen gar nicht be-
streiten, daß Kläger auf Grund lediglich seines Verfolgungsrechtes,
selbst dann, wenn sie sonst seinen Anweisungen als Spediteure keine
Folge zu leisten brauchten, von ihnen die Auslieferung der 33 Ballen
zu fordern befugt ist, so reducirt sich auch hier der Streit
4) auf die Frage, ob diesem Versolgungsrecht gegenüber
das im Verhältniß zu Rosmann gewonnene Retentions-
recht Stand hält.
Diese Frage muß aber aus denselben Gründen bejaht werden,
aus welchen oben geschlossen werden mußte, daß das einmal begründete
Retentionsrecht auch dem auf die Dispositionsstellung Rosmann's
gegründeten Auslieferungsverlangen des Klägers entgegengesetzt zu
werden vermag. Hat das Verfolgungsrecht des Absenders den dar-
gestellten Charakter, so ergibt sich sofort: durch die Ausübung des-
selben kann das im Verhältniß zu Rosmann wohlerworbene, nach den
obigen Ausführungen als ein Recht der Deckung mittelst Jnnebehaltens
auftretende Retentionsrecht nicht vereitelt werden. Der Verfolgende
muß vielmehr das Gut erst aus dem Retentionsrechte lösen.
Zwar hat, worauf in den Verhandlungen mehrfach Bezug ge-
nommen worden ist, das O.-A.-Gericht zu Lübeck in einer neueren
Rechtssache Beinbrech c. I. Franck
s. N. Archiv, Bd. 4, S. 413 flg.
eine andere Ansicht ausgesprochen. Indessen muß man den Gründen
beitreten, welche die Erkenntnisse voriger Instanzen und die Ausfüh-
rungen der Beklagten
in (10) der O.-A.-G.-Acten, S. 32 flg.
dagegen geltend machen.
Die Deduction des O.-A.-Gerichts, wonach es unrationell sei,

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