Full text: Volume (Bd. 14 (1868))

182 Bezirk des O.-A.-Gerichts zu Lübeck. Art. 314. 315. 382, A. 1. 2.
Indessen sei dem, wie ihm wolle, selbst wenn die Klage des
folgenden Verkäufers nicht blos persönlichen, sondern einen dinglichen
Charakter haben sollte, so ergibt sich doch, daß sie aus dem Kaufge-
schäfte entsprungen, wesentlich gegen den Käufer, bezw. dessen Fallit-
masse gerichtet erscheinen muß.
2) Daß den klägerischen Mandanten das Verfolgun'gs-
recht im vorliegenden Falle zusieht, ist nicht Gegenstand des
Streites. Zu einer Anwendung des österreichischen Rechts bietet sich,
da keinerlei Momente ersichtlich, daß das Geschäft unter der Herr-
schaft dieses Rechtes abgeschlossen, oder unter dessen Herrschaft habe
gestaltet werden sollen, keine Veranlassung. Mag nun der Handel,
insofern er nach Liverpooler Condition abgeschlossen wurde, nach eng-
lischem Recht, oder, insofern er durch Lieferung an die Verklagten als
Spediteure des Käufers erfüllt werden sollte, nach Hamburger Recht
zu beurtheilen sein, so gewährt sowohl das erstere unter dem Namen
des right of stoppage in transitu, wie das letztere unter dem
Namen einer Vindication die Verfolgung der unbezahlt gebliebenen,
an einen insolventen Käufer unterwegs befindlichen Maare.
Deshalb hat mit Recht schon das erstinstanzliche Erkenntniß,
insbesondere aber auch das Erkenntniß 2. Instanz die Verfolgung der
klägerischen Mandanten, der Rosmannschen Fallitmasse als Litis-
denunciatin gegenüber, für begründet gefunden. Und wenn auch die
rechtskräftige Feststellung zunächst zwischen diesen Streittheilen erfolgt,
so sind doch die hier als Partei in Betracht kommenden Beklagten
darin einverstanden, daß von klägerischer Seite gegen Rosmann, der
während der Lagerung der 33 Ballen in Hamburg insolvent wurde,
von der Verfolgung Gebrauch gemacht werden konnte.
Eben so wenig haben
3) Beklagte dagegen Einwand erhoben', daß die Verfo lg'ungs-
klage gerade gegen sie gerichtet worden ist. Allerdings würde
die unter Nr. 1 bereits gedachte Bezeichnung derselben in der Ham-
burger neuen Falliten-Ordnung als Vindication zu der Annahme
führen, daß sie gegen die Beklagten schon deshalb mit Recht gerichtet
worden ist, weil sie sactische Besitzer des fraglichen Gutes sind.
Dagegen ließe sich von dem Gesichtspunkte aus, daß die Ver-
folgung nur eine Befugniß des Verkäufers wider den insolventen
Käufer darstellt, bezweifeln, ob der Spediteur, dem die Untersuchung

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